246
Ukberfall.
das Uebergewicht, wenigstens so lange, läßt, um diegehofsten Vortheile von dem Ueberfalle zu ziehen, dasheißt, Gefangene zu machen und Beute Man mußden Feind beunruhigen, wo man nur kann, und seineVerbindungen zu erschweren suchen. Ist der Feindungefähr von gleicher Truppenzahl, so suche man ihnganz aufzuheben, wenn nämlich die Verwirrung ge-lingt, die man beim ersten Angriffe auf ihn verursacht;ist er aber stärker, so ist es gefährlich, ihm alle Wegezum Rückzüge abzuschneiden, weil ihn dieses zu einerverzweifelten Gegenwehr reizen konnte, um so mehr,wenn seine Avantgarde stärker ist, als wir; denn diesekönnte uns in den Rücken kommen; daher ist es bes-ser gleich über diese herzufallen, so viel Gefangene, alsmöglich, zu machen, und sich rasch zurückzuziehen, ehesich der Haupttrupp sammeln kann. Sollte der Ue-berfall nicht gelingen, oder die Feinde vergeblich er-wartet werden, so muß man im ersten Falle sich schnellzurückziehen, und auf dem möglichst kürzesten Wegemit gehöriger Deckung des Rückens; im zweiten so stillals möglich auf Schleichwegen, das heißt, so verdeckt,als möglich, um nicht Aufsehen zu erregen und denVersteck zu verrathen, so daß er nicht weiter benutztwerden kann. Ist solches bei Tage nicht möglich,selbst wenn mau seine Leute einzeln zurückgehen läßt,so muß man seinen Rückzug bis auf die Nacht ver-schieben. Auch muß man die Truppen von der ent-gegengesetzten Seite, aus welcher man gegen denFeind kommt, in den Hinterhalt führen, damit unsdie Fußstapfen nicht verrathen. Der Angriff mußimmer von verschiedenen Seiten geschehen; man be-halte aber ein Soutien, um Hülfe dahin zu schicken,wo sich der Feind am tapfersten vertheidiget. Wenndie Truppen auf der Erde liegen, so muß dieses sogeschehen, daß sie beim Aufstehen gleich in Reihe undGliedern find. Weder Hunde, noch Pferde, welche