Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Ueberhören.

ihnen zeigt, wie sie den Vertrag durch Stimme, Mie-nen und Geberden zu beleben suchen müssen, und solchesnach den Vorschriften der Natur, des inneren DrangesimWiedergeben des beim LesenEmpfundenen; man zeigtihnen dieses durch eigene Deklamation, läßt die Stellenmehrere Male durchgehen, wo Empfindungen ausge-druckt werden sollen, sowohl in der Abwechselung desTones der Stimme, als auch durch Mienen nndBewe-gungen mit den Händen. Es ist hier besonders nöthig,sie aufmerksam zu machen, daß sie keine Bewegungmechanisch, ohne Empfindung, machen; daher ist esauch gut, ihnen ein Gedicht vorzulesen, und sie dabeiauf dasjenige aufmerksam zu machen, was besondersdurch verschiedene Empfindungen herausgehoben wer-den, und dann wieder, wo man bei dem ruhigen Er-zählungstone bleibenmuß. Man zergliedere ihnen nichtnurdas Gedicht, sondern erkläre ihnen auch die verschie-denen Stellen darin, in welchen der Dichter seine Em-pfindungen besonders laut werden läßt, und die eigent-lich der Gegenstand des Gedichtes sind. Dieses zu-sammen wird auf das junge Gemüth leicht die Wir-kungen hervorbringen, die man beim Ueberhören vonGedichten beabsichtiget, daß sie nämlich mit Empfin-dung gesprochen oder dcklamirt werden. — BeimUeberhören in der Geschichte, in der Religion, giebtes eben so gut Gelegenheit, sich über Vortrag undHaltung auszulafsen; auch hier ist Deklamation nö-thig, da aber die Gegenstände mehr aus der Wirklich-lichkeit genommen sind, wie z. B. in der Geschichte,so ist auch die Darstellungsart des Redners hier an-ders, wie beim Deklamiren von Gedichten, welche mehrdie Phantasie, als den Verstand beschäftigen, und aufdas Gefühl berechnet sind, wohin auch die ungebundeneRede wirken soll; aber auf eine andere Art, weilsie zugleich den Verstand beschäftiget. Wenn daherder Lehrer die Beredsamkeit bei dem Schüler anregenwill, so muß z. B. das Erlernte der Geschichte in ei-