Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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440 Uebermalen.

Uebrige bis zur Ucbermalung. Hier muß man nunbeim Portraitiren das Original genau betrachten, undbesonders die um das Auge herum sich bemerkbarmachenden zarten Töne berücksichtigen, welche der hierbefindlichen feineren Haut ihr Entstehen verdanken,und ins Bläuliche, Grünliche oder Violette spielen, be-sonders bei Frauenzimmern, wo die Parthie unterden Augen besonders durch eine Bläuliche oder Vio-lette Tinte hervortritt. Hier ist die Lasirung beson-ders nothwendig. Auch der Stern und die Pupilledürfen nicht pastös, sondern mehr lasirend behan-delt werden, als wenn man tuschte, damit dieKlarheit und Durchsichtigkeit des Auges herausge-bracht wird. Die Lichter werden wie gewöhnlich be-handelt, nur mit größerem Fleiße. Ebenso müssenauch die Augenbraunen behandelt werden, wenn siegleich keiner so großen Aufmerksamkeit zu verdienenscheinen, und man es mit einem saftigen, kräftigenStriche abzumachen glaubt. Auch sie müssen in Hin-sichts des Schattens und Lichtes und auch einzelnerhervorstehender Haare gut behandelt werden, damitsie nicht flach erscheinen. Dasselbe gilt auch von denAugenwimpern, die bei einer Drciviertcls-Kopfwen-dung gleichsam zusammen geschoben erscheinen, alsoauch in Masse dargestellt werden müssen, nur wo sieAuslaufen müssen einige Haare sichtbar werden. Dadie Stirn und ein Theil der Nase, wenn das Licht vonoben auf die zu malende Person fällt, am meisten be-leuchtet sind, so befinden sich auch hier die höchstenLichter, die man beim Uebermalen besonders zu be-rücksichtigen hat. Dann auch die Parthie um denMund und das Kinn, so wie der Mund selbst, weilhier beim männlichen Gesichte durch den rasirten Bart,besonders beim jugendlichen Gesichte, verschiedene Tin-ten hervortreten, vorzüglich bei einem schwarzen Barte,ein bläulicher Ton, und bei einem blonden, ein mehr