Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Uebermaß 44 L

grünlicher, die man vornehmlich durchs Lasircn hervor-bringt; dann müssen auch die Schatten ums Kinn gutbehandelt werden, damit dieses schön gewölbt hervor-tritt, welches man durch ein gutes Uebermalen be-wirkt. Die Wangen dürfen nicht mit einem zu ein-tönigen Roth überlegt werden, man ahme hier dieNatur nach, und hebe das einzelne hervorschim-mernde Roth durch das Uebermalen und Lastren ge-hörig heraus, wobei man zugleich auf die sanfte Wöl-bung des Einschnittes von der Nase nach dem Mund-winkel bei jugendlichen Gesichtern, und auch bei älte-ren und alten, wo die Einschnitte markirter oder schär-fer stnd, Rücksicht nehmen muß, indem sie bei den Er-steren sanft verschmolzen werden müssen. Bei Per-sonen, deren Wangen wie mit einer allgemeinen ro-then Farbe überlegt zu sepn scheinen, muß man diesesim Bilde zu mildern suchen, weil ein solches Roth kei-nen guten Effekt auf den Beschauer macht, obgleich esbehandelt werden muß, der Aehnlichkeit wegen, die einsolches Portrait giebt. Auch muß man das unmerk-liche Licht, welches in der Nähe des Kinnes beim Lä-cheln entsteht, nicht vergessen nachzuahmen, weil sonstdiese Parthie, besonders bei weiblichen Gesichtern,keine Rundung erhält. — Die Kopfhaare behandeltman im Ganzen, und nach der Farbe der Haare setztman auch die Lichter auf, jedoch müssen einzelne Par-thien, sowohl beim lockigen, als beim herabhängendenHaare, besonders an der Stirn und zu den Seitendes Kopfes bei den Ohren, ausgedrückt werden, wo-durch der Charakter des Gesichtes besser hervor-tritt. Auch den Backenbart, wo er vorhanden ist,behandle man leicht. Die Ohren behandle man nichtnachlässig, obgleich man sie zum Theil durch die Haarezu verdecken sucht. Die Grenzen des Gesichts oderauch jedes andern Tbeils des Körpers müssen mit denParthien, von welchen sie umgeben sind, sanft ver-