Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Ueberreiben.

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Von welcher Beschaffenheit kann das Verfahren derFreunde der Freiheit seyn, wenn sie sich in dem unseli-gen Wechselfall befinden, entweder das Vaterland zuverrathen, oder für Tyrannen, Unterdrücker und Blut-menschen ausgeschrien zu werden, wenn sie denMuth haben ihre Pflichten zu erfüllen, und die unter-drückte Unschuld einer fluchwürdigen Horde von Böse-wichtern vorzuziehen, welche gegen die Freiheit conspi-riren? Verrathet das Vaterland auf eine geschickteWeise, und alle Freunde des Volkes werden auf eureSeite treten. Vertheidiget die Sache der Gerechtig-keit, und ihr werdet kein Wort hervorbringen können,ohne für einen Tyrannen und Despoten ausgeschrienzu werden. Ruft die öffentliche Meinung an, undman wird euch für einen Diktator ausgeben. MeineLagcistum so schrecklicher, da selbst meine Kollegen keinBedenken tragen, dergleichen Verleumdungen zu ver-breiten. Doch mögen sie thun was sie immer wollen, ichwerde mir gleich bleiben, und die si reihest und Gleich-heit bis auf den letzten Augenblick vertheidigen." —Wer würde in dieser Rede, obgleich sie die Heftigkeiteines ergriffenen unruhigen Gemüths anzeigt, nichtdie Rechtfertigung eines nach Pflicht Handelnden er-blicken, und dennoch ist sie nach seinen Handlungen,die so offen gegen den Redner sprechen, nur Täu-schung.

Ueberreiben, mit einem Lappen, einer Bürste, mitBimsstein, Fischhaut, Schachtelhalm rc., über einenGegenstand fahren, um ihn glatt und eben zu machen.So überreibt der Bohncr, Fr. krottmir, hölzerneMöbel, Fußböden w., mit besonders dazu bestimmtenWachs- oder Bohnlappen (s. unter Bohnen,TH.6,S. 142 u. f.); der Schuhmacher die Stiefel mit ei-ner Bürste, um die darauf gebrachte Wichse zu ver-theilen, zu verreiben, und den Stiefeln dadurch Glanzzu geben (s. unter Wichse und Wichsen). Ehe-