512 Ueberfchlmnmen. Ueberschleichen.
Ueberscl)läminen, eine Wand mit geschlämmter Kreide,Schlämmkreide, überziehen oder überstreichen, umdarauf mit Leimfarben malen zu können. S. auchden Art. Schlämmen, Th. 145, S. 195. Nach-dem die Wand oder Mauer gehörig berappt und ge-ebnet worden, wird die Schlämmkreide vorher mitwarmen Master in einem Farbeneymer oder großenFarbentopfe übergössen und aufgelöset. Man nimmtnun einen tüchtigen Borstenpinsel, das heißt, vonziemlicher Größe, und überstreicht damit die Wandmit der geschlämmten Kreide ein Paarmal, indemman immer wieder neue Kreide in den Cpmer schüttetund reines Wasser darauf gießt. Der Ueberstrichmuß so eben, als möglich, geschehen, besonders derzweite. Soll daS Zimmer eine helle und zarteGrundfarbe erhalten, z. B, ein schönes lichtes Grün,ein schönes Chromgelb, ein schönes Mineralblau, sowird die geschlämmte Wand mit Milch überstrichen,und dann die Farben, nachdem der Milchanstrichtrocken geworden, aufgesetzt. Die Farben werden mitLeimwasser zum Auftragen, wozu recht klarer, HellerHornleim genommen wird, auch Pergamentleim,Letzterer zu den hellen und zarten Farben, eingerührt,und bei jeder Farbennehmung mit dem Pinsel, im-mer erst umgerührt, wozu ein hölzerner Stab dient,der in der Farbe gelassen wird.
Ueberschleichen, desgleichen, schleichend übereilen,überraschen. Sich von Jemanden überschlei-chen lassen, belauern. Das Beschleichen geschiehtmehr mit angewandter List, wie der Fuchs und dieKatze ihre Beute beschleichen, das Uebereilen undUeberraschen geschieht plötzlich; es sind weniger ver-steckte Angriffe, die auf eine Person geschehen, dasUeberschleichen geschieht aber versteckt mit List undVerschlagenheit, mithin ist der Unterschied zwischendiesen Wörtern, auf Handlungen übergehend, merklich.