516 Ueberschnappen. Ueberschneiden.
Sachen überschnallt man, sobald man einen Gurtoder Riemen, woran sich eine Schnalle befindet,darüber zieht und festschnallt. In dem Riemen be-finden sich dann in gewissen Weiten von einanderLöcher, worein die Zunge der Schnalle greift. Soüberschnallt man Tornister und Reisetaschen, Schul-bücher, wenn Knaben keine Mappe haben und dieBücher in einem Riemen tragen rc.
Ueberschnappen, mit einem schnappenden Laute überetwas fahren oder springen. So schnappt einSchloß über, wenn der Riegel über den Kammdes Schlüssels fährt, ohne zu schließen Figürlichsagt man im gemeinen Leben: es schnappt Je-mand über, wenn er des gehörigen Gebrauchesseines Verstandes beraubt wird.
Ueberschneideii, beim Zimincrina „n, die Verbin-dung von zwei horizontal übereinander liegenden Höl-zern. Wenn nämlich ein schiefstehendeö Band einesFachwerkes mit den Riegeln, die es berühren, ver-einiget wird, so geschieht die Bereinigung auf fol-gende Art. Das schiefstehende Band wird unten undoben in die Balken des Faches eingezapft, und sol-ches nach einer schiefen Richtung, so daß es obenmit dem einen Ende in den linken Winkel des Fachesund mit dem andern Endeunten in den rechten Win-kel eingezapft wird, und so umgekehrt im anderenFache. Da aber in jedem Fache zwei horizontaleRiegel die senkrechten Ständer oder Träger miteinander zur besseren Haltung verbinden, so berührtdas schiesstehende Band beide Riegel, und muß alsodarein eingefügt werden, so daß sie beide zusammennur eine Dicke ausmachen. Um nun dieses zu be-werkstelligen, so werden sie überschnitten, das heißt,der Zimmermann legt das Band in der erforder-lichen Richtung und an dem bestimmten Orte aufden Riegel auf, und zieht nach Maaßgebuna dieser