Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Ueberschwängerung.

lichkeit der Ueberbefruchtung behauptet, Andere dasGegentheil vertheidiget, und behauptet, daß einWeib, welches einmal empfangen habe oder schwan-ger geworden, unfähig sey, von Neuem zu em-pfangen, ehe die Gebärmutter sich der ersten Lastentlediget habe. Die Letzeren führen noch zu ihrer Ver-theidigung an, daß die Gebärmutter, welche außerder Schwangerschaft so weit geöffnet sey, daß mannur einen Körper von der Größe einer Erbse durchden Mund derselben bringen könne, nach der Em-pfängniß keine fühlbare Oeffnung mehr habe, sodaß dieser Unterschied so kenntlich sey, daß ihn eingeschickter Geburtshelfer oder eine gewandte Heb-amme gleich bemerken könne, mithin wäre auch eineUeberschwängerung unmöglich oder es müßte einemehrfache Gebärmutter vorhanden seyn, welchesman doch bei dem Zergliedern von Frauen, die imWochenbette bei Zwillingsgeburten gestorben seyen,nicht entdeckt habe. Auch Hippokrates deutehierauf hin: t^uae in „tero Aeinnt, lmrum 08uteri elsusum 68t, oder nach einer andern Über-setzung: <^u966itticjU6 8uut »ravitlae, illorum08 uteri eouuivet; also bei allen Schwängern istgleich der Muttermund geschloffen. Nach Andernsoll der Rand der Gebärmutter erst dann fest zu-sammenstoßen, wenn die beiden ersten Monate derSchwangerschaft verflossen sind. Beide stimmenaber darin überein, daß der Mund der Gebärmut-ter unmittelbar nach der Empfängniß mittelst einerklebrigen Feuchtigkeit zusammen klebe. Da nunbei einer völlig geschlossenen Gebärmutter keine Ue-berschwängerung Statt finden kann, so sagen dieGegner, welche die Ueberschwängerung zugeben:es sey leicht möglich, daß die Samenfeuchtigkeitdurch die Haut der Gebärmutter dringen, und daßauch die Gebärmutter unter gewissen Umständen sich