Ueberschwank. Ueberschwatzen. 529
habe, sie auf der Stelle zu ermorden, und sie habedem Tode nicht anders, als durch Befriedigung diesesVerwegenen entgehen können. Aus allen diesen Be-weisen geht nun klar hervor, daß die Ueberschwänge-rung Statt hat, und daß die Empfängniß zweier odermehrerer Kinder sich nicht immer zu gleicher Zeit er-eigne. Auch bis auf die neueste Zeit sind Fälle vonDrillingen und Vierlingen in Deutschland und in derSchweiz, die man nämlich aus den öffentlichen Blät-tern erfahren hat, vorgekommen. Die Geburten vonZwillingen sind nicht so selten, sondern ereignen sichöfterer.
Ueberschwank, s. Ueberschwänklich.
Ueberfchwanken, 1) sich schwankend über etwas be-wegen, besonders von flüssigen Körpern, im gemeinenLeben. Ein allzu volles Glas schwankt über,läuft über. — 2) Sich mit dem obern Theile schwan-kend herüber neigen, auch nur im gemeinen Leben.
Ueberschwänklich, ein Bei - und Nebenwort, so, daßes überschwankt, im reichen Maaße überfließt. Mangebraucht es nur im figürlichen Sinne oder Verstände,fast wie überflüssig, in überaus reichem Maaße,obgleich es auch hier im Hochdeutschen wenig ge-braucht wird. In der Bibel kommt es mehrere Malevor, z. B.: die Gerechtigkeit kommt über-schwenglich, Es. 10,22. UeberschwänglrcheKlarheit, 2 Cor. 3, 9, 10. Die überschwäng-liche Größe der Kraft, Ephes. 1, 19. Derüb erschwängliche Reich thumderGnadeGot-tes, Kap. 2, 4, und so in andern Stellen mehr, woes ein ungewöhnlich reichliches Maaß bedeutet. DieSchreibarten überschwänglichund überschweng-lich sinv unrichtig, da dieses Wort von Uebersch wan-ken herkommt.
Ueberschwayen, beschwatzen, so viel wie überre-den. S. Üeberreden, oben, S. 469 u. f.
Oec. tcch. Enc. Th. 6X6». L l