530 Ueberschwelle. Ueberschwemmen.
Ueberschwelle, s. Oberschwelle, Th. 103, S.157.
Ueberschwemmen, mit stark anfließendem Wasser be-decken, unter Wasser setzen. Der ausgetreteneFluß hat das ganze Land überschwemmt.Die Fluth brach durch die Dämme und über-schwemmte dieganzeGegend; daher dieUeber-schwemmung, der Zustand, da ein Ort oder eineGegend vom Wasser überschwemmt wird, das Was-ser über das Land tritt, welches nur dann geschieht,wenn Flüsse plötzlich anschwellen, einen so reichen Zu-fluß erhalten, daß sie ihr Bett verlassen müssen, indemsie mit Gewalt durch die fortwährende starke Strö-mung herausgedrängt werden, welches im Frühjahreund Herbste durch starke Regengüsse, starken Schnee-fall und Anstauung des Eises im Frühjahre, beimBrechen desselben, zu geschehen pflegt, wobei das Was-ser Alles durchbricht und mit fortreißt, was ihm ent-gegen steht: Dämme, Brücken, Häuser, Mühlen,Schiffe rc. Schon die früheste Geschichte benachrichti-get uns von Ueberschwemmungen. So finden wir inder Bibel, daß in den frühesten Zeiten des Menschen-geschlechtes eine verheerende Fluth, Sündfluth genannt (s. Th. 178, S. 426 u. f.), Statt gefunden,die selbst über die Gipfel der Berge gereicht und Alles,bis auf wenige Menschen und die von diesen gerette-ten Thiere, verschlungen habe. Die Spuren von die-ser Fluth sollen noch am ganzen Mittelländischen Meere,von Gibraltar bis nach Griechenland hin, zu sehenseyn, wo lange Reihen von Klippen und Hügeln derKüste aus einer Felsart bestehen, die unzählige zer-trümmerte Knochen in sich eingeschlossen und zusam-mengekittet enthält, von denen noch viele zu erkennensind, daß sie Menschen, Pferden, Ochsen, Schafen,Hirschen, Mäusen, Vögeln, Schlangen rc. angehörthaben. Aber auch schon vor der MosaischenSchöpfungsgeschichte, vor Adams Zeiten, hat es