Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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540 Ueberschwemmkn und Ueberschwemmung.

geführten Bäume und Felsenstücke bildeten an demOrte, wo ehemals die Ebene zu sehen gewesen war,eine wilde Anhöhe, auf deren Mitte sich eine Tannenoch in ihrer geraden Richtung erhalten hatte. AuchPlombiäres nahm, seiner Lage nach, Theil an diesemUnglücke. Das Thal, worin dieser Ort liegt, ist soenge, daß die Häuser, deren Anzahl sich ungefähr aufvier und zwanzig belauft, nur in einer einzigen Reihegebaut werden konnten. Der kleine Bach Orygne,welcher hindurch stießt, nimmt nicht bloß die Wasserdes auf dem Berge Onichamp, welcher anderthalbMeilen von Plombieres liegt, gelegenen Gesundbrun-nen, sondern auch noch das Regenwasser dieser Ge-gend auf. Schon 1660 hatte Plombiäres durch dasAustreten dieses Baches gelitten, und man hatte, umdergleichen Unglück in der Folge zu verhüten, eine»breiten, mit großen Quadersteinen ausgepflastertenKanal längs diesem Flecken hingeführt. Ungeachtetdieser Vorsicht war dieser Ort doch von dem Unglücke,welches im Jahre 1770 diese ganze Gegend betraf,nicht ausgenommen. Nachmittags, nach vier Uhr, fingder gedachte Bach, wahrscheinlich von dem Regen desersten Gewitters, an zu wachsen, und ungefähr in ei-ner halben Stunde war er schon in seinem Bette dreiFuß hoch gestiegen. Abends gegen zehn Uhr fing eran überzutreten, und fetzte die Straße einen Fuß hochunter Wasser, und in weniger als einer Stunde wardasselbe sechs Fuß hoch über den Grund, worauf dieHäuser gestanden, gestiegen, wovon viele einstürztenund einige sehr beschädiget wurden. Gegen Mitter-nacht nahm das Wasser beträchtlich ab, es stieg jedochbald darauf wieder, weil der Kanal durch das mit demWasser herbeigeführte Heu und durch die Trümmerder Häuser verstopft worden. Endlich ging der Bachwieder in das Bett des Kanals zurück. Die kleinenBäder und die zwei gegenüberliegenden Badezimmer