Ueberschwemmen und Ueberschwemmung. 541
wurden nebst dem großen Bade verschüttet. Sonder-bar hierbei war noch, daß die mineralischen Quellennicht häufiger flössen, da doch die andern Brunnen be-trächtlich gewachsen waren. Der Grund läßt sich nurdaraus erklären, daß der Ursprung derselben zu tiefund zu entfernt seyn muß, als daß das wilde Wasser,welches diese Verheerungen verursachte, dahin hättedringen können. Die Verwüstung der ganzen Ge-gend, zwölfQuadratmeilen im Umfange, war so groß,daß diejenigen, welche diese Gegend vorher besuchthatten, sie nachher nicht wieder erkannten; sie ihnengleichsam fremd war. Das Wasser war noch fünfzehnTage nach diesem Unglücke außerordentlich groß, unddie Bäche liefen an verschiedenen Orten noch sehrschnell. — Eine ähnliche Ueberschwemmung verur-sachte die Loire in Frankreich im Jahre 1846, vorn17ten bis zum 23sten Oktober, durch gewaltige Regen-güsse. Die Dämme dieses Flusses wurden bei San-dillon und St. Denis durchbrochen, und das ganzeThal überschwemmt, was seit 1769 (also in der obenangeführten Zeit) nicht mehr vorgekommen war. EineMenge Ortschaften, besonders Dörfer und Flecken,und die Landstraßen wurden überfluthet, so daß, nachden Schilderungen, die Loire nicht mehr einen Fluß,sondern ein Meer bildete, wozu sich auch die Nievregesellte, und dann noch mehrere andere Nebenflüsse,wie die Allier, Eher, Dürance rc., die alle ausgetretenwaren. Die ganze Provinz mit ihren Departements(20) wurde von dem Unglücke betroffen. Außer denvielen Kähnen zur Rettung, die von allen Seiten her-beikamen, wurden auch von Paris eine Menge Bar-ken auf der Eisenbahn an dieOerter der Ueberschwem-mung zur Hülfleistung geschickt; allein die Zahl derKähne reichte nicht aus, da die Gefahr überall sehrdringend war, und die Kähne große Hindernisse ausden Fluthen fanden, indem sie durch Gärten, Gebüschund über andere Hindernisse, die unter dem Wasser