550 Ueberschweinnien und Ueberjchwemmung.
Fluch beistarken Regengüssen mit fortgespült werden,und sich in kleinen Flüssen oft an den Mündungenvon größeren festsetzen, so den Ausfluß des Was-sers verhindern und es zum Uebertritt zwingen; dennda alle kleineren Flüsse und Bäche in größere mün-den, so können durch mancherlei Verstopfungen die-ser Ausflüsse auch Überschwemmungen bewirkt wer-den; es ist daher nöthig, daß alle Beengungen derAusflüsse hinweggeschafft, und neue Kanäle, wo esnöthig thut, angelegt oder die alten erweitert wer-den, damit Verstopfungen nicht so leicht eintretenkönnen. — So ist die Stadt und Festung Gibraltarin dem Königreiche Sevilla in Spanien, die beideseit dem Jahre 1704 den Engländern zugehören,von häufigen Regengüssen und dadurch entstehendenUeberschwemmungen im Winter heimgesucht; alleindiese Ueberschwemmungen werden zum Theil da-durch abgewendet, daß der Felsen oder Berg, wo-rauf die Festung liegt, mit Aushöhlungen durchzo-gen ist, die eine große Menge Wasser aufnehmen,und solche durch unbekannte Kanäle in die Seeleiten; dessen ungeachtet thun die dann und wanneinfallenden Platzregen den am Fuße des Bergesgelegenen Gärten großen Schaden, weil sie nichtnur eine Menge Sand, sondern auch große Steinemit sich fortreißen. Eines dieser Ereignisse, wel-ches von den Bewohnern Gibraltars als besondersschrecklich aufgezeichnet worden, fand am 30sten Ja-nuar 1766 Statt, welches die Bewohner dieserStadt in die größte Bestürzung versetzte; denn dieheftigen Wasserströme, welche sich vom Berge her-abstürzten, nahmen nicht nur Sand, Grant undkleine Steine, sondern auch große Felsstücke mit sichfort. Die in den Ringmauern befindlichen, mit eiser-nen Gittern versehenen Oeffnungen, reichten nichthin, dem Wasser Abfluß zu verschaffen, und wur-