558 Uebelschwemmm und Überschwemmung.
lige Botmäßigkeit zu bringen, so erwählt man lieberdas Letztere. — So wie man Kanäle, Abzugsgrä-ben rc. anlegt, um das Wasser abzuführen, damitkeine Ueberschwemmungen entstehen, eben so schneidetman zuweilen After- oder Nebenarme ab, um solchezu hindern. Diese Kanäle gehen aus der Strombahnheraus, und kehren nach einem vergeblichen Umschweifezu derselben wieder zurück. Ein Fluß, der in gar zuviele Afterarme sich vertheilt, wird faul und versandetsich; denn da nicht mehr Wasser durch alle möglicheAfterarme fließt, als von oben herabkommt, und beider nächst folgenden Stromenge wegläuft, so ver-theilt sich die Geschwindigkeit dergestalt in die After-arme, daß die Summe ihrer Consumtionen nicht mehrund nicht weniger beträgt, als der Einfluß und derdiesem gleiche Ausfluß. Da nun durch die Afterarmeoffenbar das Profil vergrößert wird, so muß auchnothwendig die Geschwindigkeit abnehmen, da sonstmehr ausfließen müßte, als einstießt. Es ist hier nichtdie Rebe von dem durch Regengüsse verursachtenSteigen und Fallen, wo wirklich Abfluß und Zuflußgegen einander ungleich sind, sondern von einem sichselbst gleichbleiben den Wasserstande. Wird nun der Af-terarm verdämmt, so wird das Profil vermindert,woraus offenbar folgt, daß die Geschwindigkeit zu-nehmen muß. Man hat oft Furcht geäußert, daßdurch die Vertilgung der Afterarme Ueberschwem-mungen entstehen könnten; allein dieses ist ungegrün-det; denn nichts widersteht der Ueberströmung derUfer mehr, als ein beschleunigter Stromgang; auchlehrt die Erfahrung, daß viele Ueberschwemmungen daam ersten erfolgen, wo Afterarme angetroffen werden,welche die Bewegung des Hauptkanals schwächen unddie Bahn versanden. — Zur Verhinderung derUeberschwemmungen gehören nun noch Kanäle undAbzugsgräben, wie schon oben angeführt, und die