Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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560 Ueberschwemmen und Überschwemmung.

wo sie die Warche aufnimmt, in eine Enge von unge-fähr 50 Ruthen eingeschränkt worden, drängte nundurch ihren schnellen Lauf die Warthe zurück, so daßdiese wenigstens 2 Fuß höher stand, als hundertJahre vorher; sie trat daher weit stärker aus, als ehe-mals, und die Seen und Moräste wurden vermehrt.Friedrich der Große trug daher 1765 demOber-sten von Petri auf, die Warthe durch hohe Dämmeeinzuschränken, und stärker abzuleiten. Dieser ge-schickte Hydrotechniker ließ die Warthebrüche unterseiner Aufsicht ausmefsen, und eine allgemeine Kartedavon verfertigen, woraus er den ganzen Entwurf derArbeit, die der Monarch verlangte, verzeichnete, dabeiauch die Kostenanschläge, und stattete darüber 1766dem Könige einen ausführlichen und gründlichen Be-richt ab, worin er zugab, daß in Nebensachen nochManches zu verbessern seyn möchte, und eine sorgfäl-tige Ueberlegung anrieth. Der König übergab denPe irischen Plan dem Geheimen Finanzrath vonBrenkenhof zur Ausführung, und bewilligte ihmdazu schon im December 1766 350,000 Rthlr., und1785 betrugen alle Summen, die er zu den Wällenoder Deichen zur Ersetzung des vom ausgetretenenWasser angerichteten Schadens, zur Ansetzung von1360 Büdnerfamilien, und zur Anlegung von ver-schiedenen Kuhmelkereyen hergegeben hatte, 1 Million27,915 Rthlr. Was nun den Bau selbst betraf, sowurde, um der größten Gewalt der Warthe Wider-stand zu leisten, den Deichen nicht nur eine stärkereAnlage gegeben, sondern auch das Wasser durch ver-schiedene Kanäle vertheilt, die schädlichen Nebenarmeabgeschnitten, und die zu großen Krümmungen oderSer-pentinen durchstochen. Die Deiche oder Dämme,welche von 1768 bis 1782 zu Stande kamen, betra-gen 29,127 Rheinländische Ruthen in dieLänge odergeographische Meilen, und sind, nach ihrer ersten