561 Uebelschwemmen und Überschwemmung.
Oderstromes, und besonders für den, wo die Oderihren alten Lauf behält, weil man dadurch eineschnellere Abhülfe des Uebels erwartet, bei dem an-dern, der Verlegung der Oder, der natürlich einegründlichere Abhülfe verspricht, tritt aber die Befürch-tung ein, daß die Ausführung zu sehr in die Längegeschoben werden möchte; auch würde die Abhülfehier erst nach der gänzlichen Vollendung der Arbeiteintreten, und dabei könnte noch Mancher der Anwoh-ner und Bewohner der Niederungen verarmen undzu Grunde gehen. — Große Ueberschwemmungender Ober seit 1785 waren im Jahre 1830, wo sieüber 13 Fuß bei Cüstrin stand; allein verheerenderwar die Ueberschwemmung vom Jahre 1838, wenngleich das Wasser nur 12 Fuß 7 Zoll daselbst stand,also niedriger, als 1830. Im Glogancr Kreise fan-den acht Dammbrüche Statt, so daß drei und zwanzigOrtschaften und deren Fluren, und von zehn andernOrten bloß die Feldmarken unter Wasser standen.Im Grüneberger Kreise wurden auf dem linkenOder-ufer die Dämme vonSaabor undLoos, und auf demrechten die Dämme von Kleinitz und Schwarmitzdurchbrochen. Auch der Mitteloderbruch ward durchdrei Dammbrüche zwischen Güftebiese und demZäcke-ricker Zollhause überschwemmt, wo an 7000 Men-schen in fünf und zwanzig größern und kleinern Ort-schaften wohnen; die untern Ortschaften des Brucheswaren bis an die Dächer überschwemmt. Am 16tenMärz setzte sich der Eisgang in Bewegung und miteiner Gewalt, die nicht zu schildern ist; denn die gro-ßen auf einander folgenden Eisfelder wurden wieBälle in die Luft geschleudert, fielen dann herab, zer-brachen mit donnerähnlichem Geprassel und bildetenauf den Ufern und an und auf dem Deiche bei Wrie-zen wild ausgezackte meilenlange Berge. Das Eissetzte sich an den untern Grundstopfungen fest, und