Ueberschwemmen und Ueberschwemmnng. 571
dem rechten Ufer gelegen, standen ganz unter Was-ser. Die Schiffbrücke wurde gesprengt und einigeStücke derselben mit fortgerissen; auch fuhr manauf vielen Straßen mit Kähnen. Das Wasser derWeichsel stand 21^ Fuß hoch. Alle au der Weich-sel gelegenen Gärten standen unser Wasser. DasDorf Wilanow, eine Meile südlich von Warschau,und dessen Umgegend waren ganz überschwemmt,so auch das Dors Czernjakow, in welchem die Kircheund alle Häuser unter Wasser standen. Man er-blickte auf dem entfesselten Strome große MassenHolz und Heu, Möbel, alle Arten von Geräth-schaften, Trümmer von Häusern, ganze abgerisseneStrecken Gartenland mit Fruchtbäumen darauf um-herschwimmen, dabei droheten mehrere Häuser desan der Weisel liegenden Theils von Warschau denEinsturz; auch ist vieles Vieh dabei ertrunken. Selbstdie Bäche auf dem Lande richteten große Verhee-rungen an. So riß bei Stanislow, die BsurraDämme, Mühlen, und Alles, was im Wege stand,weg, und richtete außerordentlichen Schaden an. —Eben so groß, wo nicht größer, war der Schaden,den die Ueberschwemmung der Weichsel im König-reiche Preußen in eben dem Jahre in der ProvinzWestpreußen, im Regierungsbezirke Marienwerder,anrichtete. Die Niederrang oberhalb Schwetz,von Glugowko bis Grabowo, mit zusammen eilfOrtschaften und 1700 Einwohnern, ist noch schwe-rer, als die Stadt selbst, heimgesucht worden. DieseNiederung ist nur zum Theil eingedeicht, so daßder Strom bei seinem diesmaligen, seit hundert Jah-ren nicht vorgekommenen Wasserstand mit reißenderSchnelligkeit über die gesegneten Fluren und alleGehöfte sich ergoß, die meistens nur mit den Dä-chern und Schornsteinen aus den verheerenden Fluchenhervorragten. In wenigen Stunden war die Hoff-