580 Ueberschwemmen und lleberschweinmütig.
ssuthet hat; denn obgleich die Dämme hier über 26Fuß schützen, so stieg doch das Wasser durch die Eis-stopfung zu einer Höhe von 29 ssuß, und also liefdasselbe 3 Fuß hoch über die Dämme mit seiner ge-waltigen Eiömasse. Der erste Durchbruch war kaumzehn Minuten von Reeö entfernt, und wurde für dengrößten gehalten, der je hier in der Gegend Statt ge-habt hatte; er warf ein Loch von 41 Fuß Tiefe, derzweite eins von 21 Fuß, und der dritte eins von 8 Fuß.Jeder dem Deichbruche gegenüber befindliche Gegen-stand auf der Landseite wurde von dem mächtig steigen-den Wasserfalle fortgerissen, so Bäume und Gebäude;aber auch Menschen waren in den reißenden Fluthenumgekommen und viele Ländereyen wurden versandetso daß die Korn- und Fruchtfelder jetzt einer Steppegleichen, und ihre Tragbarkeit auf lange Zeit verlo-ren haben.
Wie nun die großen Flüsse oder Ströme in Eu-ropa durch häufige Regengüsse, durch aufgelöstesSchneewasser im Frühjahre auf den Bergen rc>,Ueberschwemmungen verursachen, die in gewissenJahren zu einer außerordentlichen, vielen Schaden an-richtenden Ausdehnung gelangen, eben so findet manauch diese Ueberschwemmungen der Flüsse in ande-ren Welttheilen, wo sie sogar alle Jahre wiederkehre«und das Land durch ihren zurückgelassenen Schlamm,nach dem Abflusse, düngen, wie der Nil in Aegypten.Die Ueberschwemmungen dieses Flusses in einemLande, wo der Regen zu den Seltenheiten gehört, istvon den wohlthätigsten Folgen; denn sonst würde dasganze Land nur eine unfruchtbare Wüste seyn. DieseUeberschwemmungen werden hier von den regelmäßi-gen Regengüssen verursacht, welche in südlichen Ge-genden, in der Nähe seiner Quelle, vom Monat Märzan Statt finden; also hat die Ueberschwemmnng nichtsWunderbares, wie man sich ehemals träumte. Schon