Ueberschwemmen und Ueberschwemmung. 587
oder Flüßchens bedienen, wenn er nicht weit von derVcrschcmzung fließt, indem man einen Damm durchdenselben führt, und diesen Damm aus beiden Seitenverlängert; s. weiter unten. Je höher man den Dammmacht, um so tiefer wird die Ueberschwemmung, undje langsamer dessen Wasser fließt, desto weiter erstrecktsie sich. Um ein gutes Hinderniß für den Feind zuseyn, muß sie wenigstens ^ bis 6 Fuß Tiefe haben;kann man sie nur 2 bis 3 Fuß tief erhalten, so machtman vorher eine Menge 3 bis 4 Fuß tiefer Grubenoder Gräben, Krenken oder Kricken genannt, da,wo die Ueberschwemmung hinkommen soll, derenErde man sich zu dem Damme bedienen kann. Ver-sucht nun der Feind das niedrige Wasser zu durch-waten, so halten ihn die 6 bis 7 Fuß tiefen Löcherauf. Ist vor der Schanze ein zu durchwatender Fluß,so kann man bloß unterhalb die Schleuse einer Mühlesperren, oder eine Menge Bäume quer vor eine Brückelegen, wodurch das Wasser anschwillt und der Flußtiefer wird. Man bedient sich auch der Ueberschwem-mungen, wenn es angeht, um einen Weg, besondersHohlweg, Grund rc., impraktikabel zu machen. Manmuß dann aber jedesmal in den Damm eine kleineSchleuse machen, um das überflüssige Wasser abzu-führen, weil dieses sonst den Damm verderben würde,wenn es darüber hinwegginge; oder man leitet dasWasser in einiger Entfernung auf den Seiten durchGräben ab, und macht dadurch die Ueberschwemmungnoch allgemeiner, oder man macht auf dem Dammeeinen Ueberfall, welcher dann die Zerstörung des dar-über hinweggehenden Wassers verhindert Da manbei Festungen Zeit genug hat, die Anstalten zu einerUeberschwemmung schon lange vorher zu machen, sobedient man sich hier statt eines Dammes unterhalbder Festung, besser der Schleusen oberhalb derselben,weil es dann in der Wiükühr des Belagerten steht,