586 Uebel schwemmen und Überschwemmung.
Grundstücken gehen allenfalls nur die Einkünfte vonein Paar Jahren verloren, öfter sind auch die Uebcr-schwemmungen, wegen des Dungs, den sie mit sichführen, Vortheilhaft; in den Wäldern geräth aber derganze Wald durch lang dauernde Uebcrschwcmmun-gen ins Verderben, indem die Wurzeln inFäulniß ge-rathen und schadhaft werden. Auch die Hütung undWeide leidet in den Holzungen dadurch, indem dasWasser oft eine große Menge Sand mit sich führt,und dann die Weide in den Wäldern damit 1 bis 2Fuß hoch überdeckt, so daß sie auf viele Jahre un-brauchbar wird. Um dieses einigermaßen zu verhü-ten, hat man das Ufer der Oder in Schlesien, und woeine Ueberschwemmuug zu befürchten ist, ganz dickmit Sträuchen besetzt, die Sträuche aber nicht in dieHöhe wachsen lassen, sondern alle Jahre auf 2 bis3 Fuß von der Erde abgehauen, wodurch die Stämmeder Sträuche eine gewisse Stärke erlangt haben, umeinen Widerstand thun zu können. Nicht bloß derRand des Ufers ist damit besetzt, sondern die ganzePlantage längs dem Ufer hat eine Breite von50, 60 auch mehreren Schritten. Wenn nun derStrom bei großen Wasserfluthen eine Menge vonSand auswirft, so kann derselbe nicht über die ganzeOberfläche der nächstgelegeuen Gegend verbreitetwerden, sondern er fällt in diesem Strauchwerke ver-möge seiner Schwere nieder, und kann von demweiterströmendcn Wasser nicht fortgeführt werden.Daß dieses Mittel probat ist, beweiset, daß das Ufer,so weit die Sträuche gehen, voller Sand ist, hinterdenselben aber die freie und »«bepflanzte Oberflächedes Waldes vollkommen grün gefunden wurde.
Die künstlichen Ueberschwemmungen, inder Kriegskunst, werden angelegt, um dem Feindeden Angriff eines befestigten Ortes zu erschweren.Im Felde kann man sich dazu eines kleinen Baches