616 Uebersiedeln und Uekersiedelung.
der Zweite von Portugal sehr thätig in Benutzungder gemachten Entdeckungen ^ er erklärte Lissabon zumFreihafen, machte eine neue Anwendung der Stern-kunde auf die Schifffahrt, schickte den Bartholo-mäus Diaz mit Schiffen aus, um einen neuenWeg nach Ostindien zu suchen, der ihn auch durchUmschiffung der Südspitze von Afrika fand, aber nichtweiter konnte, da ihn nicht nur fürchterliche Stürmean dem Vorgebirge, das er umschifft hatte, zurückhiel-ten, sondern auch der Aufruhr seiner Soldaten, dienicht weiter die Reise machen wollten. Er kehrte da-her zurück, und gab dem Vorgebirge den Namen al-ler Aengste (lorlos los 1o,m«n1or); allein derKönig Johann, der die Fahrt nach Indien um das-selbe voraussah, nannte es das Vorgebirge der gutenHoffnung (Ospo l»c»>g6 8p6i), und hatte sich hierinnicht getäuscht; denn unter seinem Nachfolger Ema-nucl, welcher die Entwürfe seiner Vorfahren fort-setzte, und im Jahre 1497 eine kleine Flotte von vierSchiffen, unter dem Befehle des Vasco de Gama,ausschickte, um die von Diaz gemachte Entdeckungweiter zu verfolgen, umschiffte dieser Admiral das Kapder guten Hoffnung, und gelangte unter mancherleiGefahren auf dem Meere, nach eilf Monaten vonseiner Abreise aus dem Hafen von Lissabon, in Hin-dostan an. Außer den Eingeborenen in Ostindientrafen die Portugiesen auch daselbst noch Mohameda-ner an, Abkömmlinge der Araber, die sich bei kriege-rischen Einfällen, oder auch durch andere Zwecke ver-anlaßt, hier niedergelassen hatten; sie hatten bei derAnkunft der Portugiesen die ganze Handlung von In-dien in Händen; ja sie waren in ganz Asien und aufden Küsten von Afrika verbreitet; waren Missiona-rien und Handelsleute, und verbreiteten ihre Religiondadurch weit aus, daß sie Sklaven kauften und ihnendie Freiheit schenkten, nachdem sie solche vorher be-