Uebersiedeln und Uebersiedelung. 6^7
schnitten und in ihrer Religion unterrichtet hatten.Diese Freigelassenen machten nun ein besonderes Volkaus, das sich von Goa bis Madras ausgebreitet hatte.Hindostan stand bei der Landung der Portugiesen un-ter mehreren Königen, von denen der eine als Sa-ni orin oder Kaiser herrschte. Er besaß die demMeere am nächsten gelegenen Länder, und erstreckteseine Herrschaft fast über ganz Malabar aus. Kali-ku t war der reichste Handelsplatz der ganzen dortigenGegend; denn man brachte alle Waaren aus dem gan-zen Oriente dahin, und daher fand man auf dessenMärkten Edelsteine, Perlen, Elfenbein, Bernstein,Porzellan, Gold, Silber, seidene und baumwolleneZeuge, Indiz, Zucker und alle Arten von Gewürzenund andern Specereyen, Chinesische und JapanischeFirnisse rc. rc. Gama unterrichtete sich von dem Al-len durch einen Mauren aus Tunis, der die Portugie-sische Sprache verstand, und kehrte dann mit seinenSchiffen nach Europa und Portugal zurück. Der Em-pfang, der ihn erwartete, war unbeschreiblich; dennman träumte sich schon Herr des reichsten Handels derWelt, und der Pabst, als Herr der Erde sich betrach-tend, schenkte den Portugiesen schon im Voraus alleKüsten, welche dieselben im Oriente entdecken würden,und spornte dadurch die Eroberungssucht derselben an.Es wurde nun eine neue Flotte ausgerüstet, wozuman sich Haufenweise, um sie zu besteigen, anbot.Dreizehn Portugiesische Schiffe kamen unter der An-führung des AlvaresCabral in Kalikut an, warenaber anfangs nicht ganz glücklich, die Einwohner fürsich zu stimmen, da ihnen die Mauren, welche denHandel in Händen hatten, entgegen waren. Ja eswurden auf ihre Anstiftung von dem Volke in Kali-kut einige fünfzig Portugiesen ermordet, wogegen sichCabral dadurch rächte, daß er alle Arabischen Schiffeim Hafen verbrennen ließ, die Stadt zerstörte, und