Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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620 Uebersiedeln und Übersiedelung.

verlangten sie freien Abzug mit ihrer Habe; dieseswurde ihnen von diesem Befehlshaber verweigert, undsie mußten über die Klinge springen re. :e. Aber nichtallein gegen die Eingeborenen waren die Portugiesenunmenschlich und treulos, sondern sie kehrten auch balddiese Waffen gegen sich selbst ^ denn fast in allen Staa-ten, wo sie die Herrschaft besaßen, waren sie in Par-theyen getheilt Ihre Sitten iperden als ein Gemischoder ein Gewebe von Geiz, Schwclgerey, Grausam-keit und Frömmigkeit geschildert. Sie ließen ihreKebsweiber für sich mit der größten Anstrengung ar-beiten, und nahmen ihnen dann den Lohn für ihreArbeit ab; sie selbst aber thaten nichts, als schwelgtenin ihren Häusern, und überließen sich jeder Weichlich-keit, wodurch ihr früheres chevalereskes Wesen, derglänzende Muth, mit welchem sie die Völker über-wunden hatten, gänzlich verloren ging. Dabei verlorder König von Portugal balv die Einkünfte, die ihmhundert und fünfzig morgenländische Fürsten zollenmußten; denn dieses Geld verschwand bei dem Einzie-hen und auf dem Wege bis nach ihm; ja das Raubender Einkünfte von den zur Erhebung derselben ange-stellten Bedienten war so bedeutend, daß das in dieKasse gebrachte Geld nicht einmal zur Unterhaltungeiniger Citadellen und zur Ausrüstung der nöthigenSchiffe hinreichend war. Schon begannen Verbin-dungen unter den Eingeborenen gegen die Portugie-sen; die Insel Amboina war das erste Land, welchesoffen gegen sie auftrat, und die Mohamedaner warennicht minder thätig, Alles ins Werk zu setzen, um dieverhaßten Fremdlinge aus dem Oriente zu verjagen.Alle großen Mächte Indiens wurden aufgewiegeltund traten in einen Bund zusammen; schon drei bisvier Jahre lang waren die geheimen Zurüstungen ge-schehen und dem Ausbruche nahe, als der Hof vonLissabon davon Nachricht erhielt. Der König Seba-