622 Uebersiedeln und Uebersiedelung.
deckungen, welche die Portugiesen machten, die Grund-sätze in Ansehung der Handlung, der wirklichen Machtder Staaten, der Vortheile der Eroberungen, der Art,die Kolonien zu errichten und zu erhalten, und derNutzen, ven das Mutterland davon ziehen kann, nochnicht bekannt waren." — Dieses scheint gegründet,wenn man die verkehrten Maaßregeln betrachtet,welche von der Regierung angewendet wurden, nichtum die Kolonien zu erhalten, sondern um sie zu zer-stören, und sich damit selbst zu Grunde zu richten;denn durch die immerwährenden Sendungen vonTruppen und Kolonisten aus einem kleinen nur mäßigbevölkerten Königreiche dahin, sank der eigene Acker-bau, die Gewerbsamkeit und die Bevölkerung; es be-stand kein Verhältniß mehr zwischen ihrem Handelund den Mitteln, ihn fortzusetzen. An Besitzungenstand es den Römern in ihrer glänzenden Periodegleich, aber nicht an Mitteln und Kräften, um dieseEroberungen zu befestigen, ja dieses Volk umfaßtemehr Land, als irgend ein Volk in Europa, ohne sichzu schwächen, behaupten könnte, welches zwar dessenRuhm an kühnen Thaten erhöhete, aber keine weisePolitik zeigte, um sich zu erhalten, welches die Folgegelehrt hat. Es kannte kein System der Kolonisation,und war auch nicht im Stande eins zu schaffen, undbesonders bei seiner Religion, die damals keine Dul-dung kannte; es konnte sich daher auch nicht mit denIndischen Völkern vermischen, weil solches die Reli-gion nicht zuließ, mithin mußte es auch immer mitseinen neuen Unterthanen fechten und kam nie zurRuhe. Auch verwandelte die Regierung bald ihreHandelsbestrebungen in Eroberungsentwürfen, undder Geist der Kolonisation, um einen blühenden Han-del zu begründen, wurde ein Geist des Plünderns, wieschon oben bemerkt worden. Man brachte zwar ver-schiedene Kunstprodukte aus Europa nach Indien, um