628 Uebersiedeln und Uebersiedelung.
um zu den Reichthümern durch den Handel zu ge-langen, zu eröffnen; allein so wurde ihnen diesesAlles sehr erschwert. Hierzu kam nun noch, daßdie Spanier selbst eine gewisse Abneigung erhielten,sich nach St. Domingo überzusiedeln; denn derEnthusiasmus war durch den Eindruck geschwächtworden, den die Erzählungen der zur rückgekeh-ten Schiffsleute von dem Lande machten, vonden Krankheiten, die dort wegen des ungesundenKlimas herrschten, und deren Gepräge sie selbst durchdie bleiche Farbe an sich trugen, von dem Mangel anNahrungsmitteln, von der Menge der dort gestorbe-nen Spanier, und dann auch durch den Widerwillen,den man bei der Strenge eines Ausländers (desColombo) empfand, der die Insulaner gegen dieGrausamkeiten der Spanier beschützte, da er derenUnrecht einsah. Dieses Alles konnte selbst der An-blick des Goldes, welches man vorzeigte, nicht gutmachen. Man sah sich genöthiget, um das ein-genommene Land durch Übersiedelungen zu befe-stigen, die Gefängnisse zu öffnen, und die Ver-brecher aus denselben nach den neuen Kolonienüberzusiedeln, um hier zu nützen, und den Abgangan Kolonisten zu ersetzen. Dieser Plan des Co-lombo würde auch bei schon errichteten Pflanzstäd-ten von Nutzen gewesen seyn, wo die Macht derGesetze und eine gewisse Sittenreinheit schon herrschte,um diese ausgearteten Glieder der Gesellschaft imZaume zu halten; allein hier war dieses ein Miß-griff, den Colombo bald selbst erfuhr; denn diesegingen noch zügelloser mit den Eingebogen um,wollten sich zur Unterthänigkeit gar nicht bequemen,und ließen selbst ihre Wuth an dem Admirale aus,wo sie nur konnten, ja um so mehr, da dieserviele Feinde hatte. Diese Verbrecher hatte Co-lombo auf sechs Schiffen auf seiner dritten Reise