Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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630 Uebersiedekn und Uebel siedelung.

rührt werden, eben so wenig, was bei den Eroberun-gen von Peru, Chili und Quito durch Pizarro undseine Gefährten in den Jahren 1529 — 35, geschah;Terrafirma war 1523, und Neugranada 1536 er-obert. Betrachtetman diese Uebersiedelungen der Spa-nier auf das, was sie sürs Mutterland leisten sollten,auf Ackerbau, Gewerbe und Handel, so liefern sie seitihrem Entstehen nur ein trauriges Bild von Habsuchtund Zerstörung, ohne besondere Bereicherungen desMutterlandes; denn abgesehen davon, daß für denAckerbau sehr wenig gethan wurde und gethan werdenkonnte, da dieser sich nur in den Händen von Unter-jochten, von Sklaven, befand, die nur so viel thaten,als sie thun mußten, also nicht aus Liebe zur Sache,sondern aus Zwang; die Hauptkräftc aber auch dieserEingeborenen nur aus den Bergbau verwendet wur-den, um hier Gold und Silber auszubeuten, wonachalle Spanier begierig waren, so ließ sich auch wenigfür die Kultur des entdeckten und eroberten Landeserwarten. Nach dem Tode der Jsabella wurdeFerdinand 1506 ersucht, die Eingebornen nichtmehr unter der Regierung ihrer Kaziken nach ihrenGebräuchen leben zu lassen, sondern sie den Eroberernzu unterwerfen, die sie dann ganz zu den Arbeiten inden Bergwerken und zu andern Dingen gebrauchenkönnten. Man ging dabei von dem Grundsätze aus,daß, so lange man die Eingebornen bei der freienAusübung ihrer Religion lassen würde, sie sich nie-mals zum Christenthume bekennen würden; sie wür-den daher immer den Geist des Aufruhrs hegen, wennsie nicht durch die Vertheilung außer Stand gesetztwürden, etwas zu unternehmen. Der Monarch glaubteder Geistlichkeit, und bewilligte, was man verlangte.Die Eroberungen der Spanier in Amerika wurdennun in eine Menge Distrikte getheilt. Jeder Spanier,ohne Unterschied, ob Kastilianer oder Arragonier, er-