Übersiedeln und Übersiedelung. 631
hielt eine Strecke Landes nach dem Staatsdienste, dener bekleidete, oder nach seinem Ansehen oder Herkom-men, und die Indicr wurden ihre Sklaven, die inden Bergwerken arbeiten und den Ackerbau treibenmußten; zu dem Ersteren gebrauchte man die Män-ner, und zu dem Letzter» die Frauen. Die Bergwerkewarfen nun ein festgesetztes Einkommen ab, von demdie Krone anfangs die Hälfte, späterhin nur einDrit-theil, und zuletzt nur noch ein Fünfthcil erhielt. DieReichthümer, die an edlen Metallen aus St. Domingoüberkamen, reizten die Habsucht derjenigen Vorneh-men und Mächtigen, die nicht über See reisen, dochaber Besitzungen in der neuen Welt erhalten oder er-werben wollten, um ihre Besitzungen und Reichthü-mer zu vermehren. Dieses geschah nun hier, indem siesolche durch ihre Intendanten verwalten ließen, diegleichfalls dabei reich wurden, ja oft reicher, als ihrePrinzipale, und diese preßten nun die armen unglück-lichen Eingebornen bis auf's Blut, um durch ihre Ar-beit sich zu bereichern. Fünf Jahre nach dieser grau-samen Einrichtung befanden sich nicht mehr als 14,000Eingeborne aus St. Domingo, die vorher 1,000,000enthalten haben soll. Um nun diesen großen Ausfallan Menschen zu ersetzen, war man genöthiget, Einge-bornc von andern Inseln und demFestlande zu holen,um sie wieder eben so zu behandeln; denn die Män-ner kamen in den Bergwerken um, und die Frauenauf dem Felde; denn sie wurden übermäßig zur Ar-beit angestrengt, mehr, als das Klima verlangt. Be-sonders war diese Tyranney in Mexiko seit der Ero-berung dieses Landes durch Cortez sehr groß; dennhier waren alle Ländereyen zwischen der Krone, denGefährten des Cortez und den Großen und Staats-bedienten, die am Spanischen Hofe in großer Gunststanden, getheilt. Die in den Königlichen Domainenwohnhaften Mexikaner waren zu den öffentlichen Ar-