Uebersiedeln und Uebersiedelung. 641
Zustand der Jndier zu berücksichtigen und sie aus ih-rem Nomadenleben zu reißen an, welches auch schondarum geschah, um sie den angelegten Kolonien un-schädlich zu machen, und sich arbeitende Hände zu er-werben. Es wurden nun Missionen angelegt, wozuman die Jesuiten benutzte, um die Indianer zumChristenthums zu bekehren und sie zu festen Wohn-sitzen zu bringen. Schon unter Karl dem Fünf-ten, 1532, erhielt das eroberte Amerika eine Ver-fassung. Ein Rath von Indien stand in Europa, undVicekönige, anfangs zwei, späterhin vier, nebst achtunabhängigen Generalkapitainen standen in Amerikaan der Spitze der Verwaltung. Ehe man tiefer indas Land drang, wurden Städte an den Küsten desHandels wegen, und als militairische Posten Fortsangelegt; späterhin auch im Innern in Gegenden, wosich Bergwerke befanden, um diesen nahe zu seyn. Soentstanden Vera Cruz, Cuma, Portobello, Cartagena,Valenzia, Caracas, und an der Küste des stillenOceans Acapulco, Panama, dann Lima, Conception,Buenos AyreS rc. rc.; selbst Mexiko, welches unterCortez fast ganz zerstört worden, wurde schon unterdiesem Eroberer wieder aufgebauet. So bestandennun die Verhältnisse Spaniens mit seinen Kolonienfort, bis zu der Thronveränderung und der Verdrän-gung der Bourbonen von dem Throne Spaniensdurch Napoleon. Von der Zeit ab änderte sich derpolitische Zustand des Spanischen Amerikas; denn derGeist der Unabhängigkeit vom Mutterlande regte sichdarin, und solches geschah zuerst in der Provinz Ca-racas, deren Bewohner die Spanischen Beamten nachden Antillen einschifften, und im April 1810 eineoberste Junta von füns und zwanzig Inländern er-richteten, und sieben einzelne Provinzen nahmen denNamen der consöderirten Provinzen von Venezuelaan. Auch in dem Gouvernement von Neu-GranadaOcc. tech. Cnc. Th. 6X6lI. S s