640 Übersiedeln und llebersiedelung.
Gartenzucht und der Bergbau wurden vernachlässiget;denn man erwartete Alles aus den Kolonien zu zie-hen, um sich im Vaterlande ein bequemes und sorgen-freies Leben zu schaffen. Ein Schriftsteller sagt:„Die Spanier machten es wie der Hund in der Fa-bel, der die Speise aus seinem Maule fahren ließ,um das Bild derselben zu bekommen, das er im Was-ser sah, worin er ersoff." — Wohl ein treues undrichtiges Bild von einem Volke, welches seine Blickeund Hoffnungen nach den Kolonien richtete, und dar-über die eigenen Quellen im Lande versiegen ließ;die Arbeit des Ackerbaues, des Bergbaues verschmä-het, um den Gold- und Silber gewinn aus dem Han-del mit den Kolonien zu ziehen, und aus welchemHandel, da die eigenen Produktionen nicht hinreich-ten, um die Kolonien damit zu versorgen, sondernman Waaren von andern Völkern nehmen mußte,und diese den Gewinn zogen, der dem eigenen Landezu gute gekommen wäre. Dabei fand eine Demo-ralisirung Statt; denn das- Geld, das in die Kastendes Landesherren kommen sollte, ward durch Unter-schleife stets verringert, und auf den vierten Theildessen, was es betragen sollte, herabgesetzt. Alledurch die Habsucht angesteckten Stände reichten hierinhülfreiche Hand, damit die Wahrheit nicht vor denThron gelangte, oder um die Detrieger, die das Ge-setz verurtheilt hatte, zu retten. Alle handelten, soviel als möglich, einmüthig, um ihre wechselseitigenUngerechtigkeiten zu unterstützen. Man sehe hierüberauch noch dasjenige nach, was über die Industrieund den Handel Spaniens, unter Spanien,Th. 156, S. 182 u. f., und S. 197 u. f., gesagtworden. — Wenn nun gleich der Anfang der Ueber-fiedelungen und die Festsetzung der Spanier inAmerika sich nur hauptsächlich auf den Bergbau be-zog, so fing die Regierung durch späterhin auf dem