Uebersiedeln und Ucbersiedelung. 679
gcrkolonic Liberia angelegt, wohin die südlichenStaaten Nordamerikas mit Ausnahme von Süd-Ka-rolina. ihre jungen Sklaven schicken, weil die Neger-bevölkerung immer mehr überhand nimmt, und Haityals warnendes Beispiel diesen Schritt rechtfertiget, umnicht eine Empörung und Befreiung der Neger inGewinnung des Uebergewichtcs eintreten zu sehen.Im Jahre 1821 zählte man 380 Personen in dieserKolonie. Man betrachtet sie als Ableiter bei jederauszubuchenden Empörung der Neger. — So weitdie Uebersicht der Anlegung von Kolonien oder derUebersiedelungen von Völkertheilen aus einem Landein das andere, theils zum Vortheile des Mutterlan-des, von dem sich Einwohner in ferne Lander über-siedelten mit Hülfe der Regierungen, welche die Län-dereyen durch Eroberungen, Kauf rc., erwarben, theilsauch aus freiem Antriebe, um sich ein besseres Looszu bereiten, als man es in seiner Heimath zu findenglaubt; also durch Auswanderungen nach den Be-sitzungen fremder Staaten von den ältesten Völkernan bis auf die neuere Zeit. — Es ist hier aber nochnöthig die neueste Auswanderungssucht einiger Völ-ker besonders der Deutschen, die auch mit ihremVatcrlande unzufrieden zu werden anfangen, theilsdurch politische, theils durch religiöse Conflicteveranlaßt, und durch Emifsaire ermuntert, hier näherin Betrachtung zu ziehen, um so mehr, da Deutsch-land noch nicht an Uebervölkerung leidet, ja in man-chen Theilen es noch selbst an arbeitenden Händenfehlt, besonders in den nördlichen Provinzen und inden angrenzenden Ländern, wo die Deutsche Zungewaltet, wie in Preussen rc.
Lange schon hat die Auswanderungslust der Eng-länder und Franzosen bestanden, wozu ihnen ihre Ko-lonien in andern Welttheilcn Veranlassung gaben.Bei Beiden nach Nordamerika, und bei den Ersteren