702 Hebersiedeln und Übersiedelung.
Residenz der Monarchie, weil sie sich hier bessere Tageträumen, als auf dem Lande hinter dem Pfluge undin dem Kuhstalle. Von allen Rekruten, welche zu denGarderegimentcrn nach der Residenz kommen, bleibtimmer ein Theil, der zu Hause nichts zu verlieren hat,bei dem jährlichen Ausscheiden des Drittels aus jedemRegimente, in Berlin; denn er sucht sich schon vorhereinen Dienst oder sonst eine Beschäftigung zu verschaf-fen, die ihm das Hierbleiben sichert. So ist der größteTheil von Mädchen, der im Jntelligenzblatte alle Quar-tale einen Dienst sucht, von außerhalb; denn da eingroßer Theil der Berliner Mädchen sich der Arbeit inden Fabriken und Manufakturen widmet, oder vonHandarbeiten rc. lebt, so ist der stärkste Zufluß nachder Hauptstadt zu den Hausarbeiten aus den Pro-vinzen. Die Eisenbahnen bringen einen Theil Wiß-begieriger, um die Residenz und ihre Merkwürdig-keiten zu sehen, aus den Provinzialstädten nach der-selben; man gefällt sich hier, und der Wunsch, sich inder Residenz niederzulassen, die mehr Verdienst undWohlleben verspricht, als die Provinzialstadt, wirdausgeführt. - Auch das frühe Besetzen in den Hand-werken und Künsten, durch die Gewerbefreiheit herbei-geführt, vermehrt die Bevölkerung, vorzüglich in dengroßen Städten. Man kann daher von diesen nichtimmer einen Schluß auf die kleineren Städte und dasflache Land machen, daß diese in einem gleichen Ver-hältnisse bevölkert seyen; denn hier stellt sich oft eingroßes Mißverhältniß heraus; so giebt es kleineStädte in der Preußischen Monarchie, namentlich inder Provinz Posen, wie z.B. Kruschwitz am Goplow-see mit 306 Einwohnern, und in der Provinz Bran-denburg zählte die Mediatstadt Trebschen bei Zülli-chau nur 252 Einwohner, wogegen es Dörfer mit1000, ja 1300 Einwohnern giebt.— Die Schweizzählte in ihren 22 Cantonö im Jahre 1837: 2,190,258