CHOSROES r.
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schimpflich, an kleine, V*h und da zerstreute Völ-ker Tribut zu bezahlen. Aweine zweite Gesandtschaft ebennicht besser aufgenommen worden war, zog Cbvöroes eine mäch,tige Armee zusammen, überschwemmte daS Reich, nahm meh-rere Städte ein, und ging nur nach vielen Plünderungen einenWaffenstillstand auf drei Jabre ein. Er brach ihn 579, ver,wüstete Mesopotamien und Cappadocien; als aber seine Armeedurch die Truppen des Kaisers Tiberius II. gänzlich geschlaaen,und er selbst znr Flucht genöthiget worden war, starb er nochin diesem Jahre vor Harm, nachdem er 48 Jahre regiert hatte.
Er war ein stolzer, harter, grausamer und unkluger, abermutbvoller Fürst, der nur wegen seiner militärischen Talenteund seiner Eroberungen den Beinamen desEroßen erhielt.Wenigstens haben ibn die christlichen Schriftsteller so geschil-dert ; aber die Orientalischen Geschichtschreiber sprechen andersvon ihm. Sie geben ihm eben so viel Tugenden, als Talente.Sein Hof war der Zufluchtsort des unglückliche» Verdienstes.Er war gewöhnlich selbst in seinem Rathe, beschützte die Wis-senschaften, kannte die mechanischen Künste so gut, als die bes-sern. Obgleich seine Unterhaltung immer ernsthaft war, so saher eS doch nicht ungern, wenn seine Höflinge sich lustig mach-ten. Er zeigte mitten in seinem Glück eine große Gleichheit derSeele. Eines Tages rief ein ankommender Eilbote: Gottist gerecht, Gott ist gerecht! Der unversöhnlicheFeind unseres Königes ist so eben gestorben! —>„Das wolle Gott nicht," antwortete Chosroes, „daß„ich mich über den Tod meines Feindes freue! ES„ist für die Menschen nichts lächerlicher, als sich„über einBeispiel der Sterblichkeit zu freuen!"
Als er sich eines Tages auf der Jagd befand, und ein StückWildpret zu essen wünschte, gingen einige von seinen Leuten inein benachbartes Dorf, und nahmen da so viel Salz weg, alssie nöthig hatten. Der König, der den Verdacht hakte, daßdieses Salz nicht bezahlt worden sei, befahl, es sogleich zubezahlen. Hierauf wandte er sich zu seinem ersten Diener, undsagte: „Die Sache ist an und für sich selbst vonkeiner Bedeutung,, aber in Beziehung auf michvon Wichtigkeit. Ein König muß immer gerechtsein, denn er dient seinen Unterthanen zürn Bei-spiel. Wenn es mir unmöglich ist, mein Volk dieGesetze der Gerechtigkeit in den geringfügigsten
D 3 Dingen