Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CH RISTINA

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Wildheit so weit, daß er sich über denselben warf, und ihn mitseinen Zähnen biß. Er ließ das Cadaver in Stücken hauen,und in die Provinzen schicken, um ein allgemeines Schreckeneinzuflößen. Die Landleute wurden bednhr, daß ibnen einFuß und eine Hand abgehauen werden sollte, wenn sie diegeringste Klage erhöben. Ein Bauer, der zum Kriegegeboren ist, sagte der Tyrann, muß zufrieden sein,wenn er eine natürliche Hand und einen natür-lichen Fuß bei einem hölzernen Beine hat.

Dieser Bösewicht, befleckt mit.dem Blute seiner Unterthanen,wurde den Dänen bald eben so verabscheuungswürdig, als eres den Schweden war. Seine Völker, angereiht von demHerzog Friedrich von Holstein, ließen von dem ersten Ma-gistrat von Jütland seine AbsetzungS - Acte unterschreiben. DerChef der Justiz trug die Sentenz zu Christian nach Copen-hagen selbst. Der Tyrann erniedrigte sich selbst, indem er ent-floh, und begab sich nach Flandern, in die Staaten Carls V.den er lange Zeit um HülfStruppe» bat.

Nachdem er zehrn Jahre herum geirrt hatte, machte er ver»gebliche Versuche, wieder aus den Thron zu kommen. DieHolländischen Truppen waren ihm unnütz. Er wurde gefangengenommen, und in ein Gefängniß geworfen, worin er 1559,in einem verachteten und verabscheuten Alter snn Leben endere.Man nannte ihn den Nordischen Nerv. (Siehe den ArtikelFEBURG.)

Friedrich, sein Oheim, wurde zu Copenhagen zum Königvon Dänemark, Norwegen und Schweden erwählt; hatte abervon der Krone von Schweben nichts, als den Titel. GustavWasa, der Befreier feines Vaterlandes, wurde zum Königedesselben ausgerufen.

CHRISTINA, Königin von Schweden, 1626 geboren,folgte ihrem Vater Gustav Adolph, der 1632 mitten in sei-nen Siegen starb, nach. Ihr durchdringender' Verstand undihr Muth zeigten sich seit ihrer frühste» Jugend. Gustav, dergroße Erwartungen von der jungen Prinzessin hatte, nahm sieauf seinen Reisen mit sich. Er führte sie nach Calmar; siewar damahls noch nicht 2 Jahr alt. Der Gouvemör fragte,ob man die Kanonen abfeuern solle, und ob man nicht fürchte,der Knall möchte das Kind erschrecken. Gnstav wußte nichtgleich ju antworten, sagte aber «inen Augenblick darauf:

Schießt