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CHRYSOLORAS
quer zusammen, was vor ihm geschrieben worden war. Daherauch einige Cntiker sagten, »wenn man das auS seinen Schrif,„ten »ahme, was andern gehört, so bliebe nichts übrig, als»Papier.«
Er war, wie alle Stoiker, der Apostel der Bestimmung undder Vertheidiger der Freiheit — ein schwer zu vereinigenderWiderspruch. Seine Lehre über mehrere andere Puncte warabscheulich. Er billigte offenbar die Ehe zwischen Vater undTochter, zwischen Mutter und Sohn. Er wollte, man solletanstatt die Leichname zu vergraben, sie genießen. Dieß warendie edeln Lehren eines Philosophen, der für eine der stärkstenStützen der strengsten Schule des Heidenthums angesehenwurde.
Chrysi'pp entehrte seine Schule durch mehrere Werke, AulusGellius führt jedoch ein Bruchstück aus seinemTraccat über Sie Vorsehung
an, welches ihm sehr viel Ehre macht. „ Es war, spricht er,„nicht die Absicht der Natur, die Menschen den Krankheiten zn„unterwerfen; eine solche Absicht würde der Quelle aller Güter„unwürdig sein. Wenn aber aus dem allgemeinen Plane der„Welt, so gut er auch immer geordnet ist, einige Ungemach-„ lichkeiten entsprangen, so fanden sie sich erst in der Folge des„ Werks; außer dem halten sie in dem ersten Plane und in dem„Zwecke der Vorsicht gelegen.«
Dieser Philosoph starb im Jahr 207 vor Christi Geburt,an übermäßigem Genuß des Weins mit seinen Schülern, odernach andern, vor übermäßigem Lachen über einen Esel, der auseiner silbernen Schale Feigen fraß. Man sehe den ArtikelEPICURUS.
CHRYSOLORAS (Emanuel), einer von denjenigen ge,lehrten Männern, welche die Griechische Sprache und Littera,tnr in die Abendl««dcr brachten, war, wie man annimmt, umdas Jahr 1355 zu Constantinvpel geboren, und starb 1415 aufder Kirchenversammlung zu Cvsinitz. — Man hat von ihm eine
Griechische Grammatik, Ferrara 1509 in 8.
Parallele zwischen Sem alten und neuen Rom, u. a.
Johann .Chrysoloras, sein Neffe und Schüler, stützte, .denRuhm seines Oheims. Er starb 1427.
Es