Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CICERO

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an die Meistbiethenden verkaufen. Seine kriegerischen Thatenerwarben ihm von den Soldaten den Titel Imperatur, - und manhatte ihm zu Rom die Ehre eines Triumphs zugestanden, wennes nicht die Unruhen der Republik verhindert hatten. Diese Bei-fallsbezeigungen waren um desto schmeichelhafter, da Tapferkeitund Uncrschrockenheit nicht für seine größesten Tugenden galten.

Im Anfange des bürgerlichen Krieges zwischen Cäsar undPompejus erschien er als ein Mann von einem schwachen,furchtsamen, schwankenden und unentschlossenen Character ; esreute ihn, daß er sich nicht zur Partei des Pompejus geschlagenhabe, und er wagte es nicht, sich für Cäsar» zu erklären. —Als dieser letztere über seinen Nebenbuhler- triumphieret hatte,erlangte Cicero die Freundschaft desselben durch die niedrigstenSchmeicheleien. In den Unruhen, welche auf die Ermordungdieses großen Mannes folgten, begünstigte er den OcraviuS, inder Absicht, sich an ihm einen Beschützer zu erwerben; und die-ser Mensch, der sich rühmte, seine Lictores hatten die Armeendes Antonius vernichtet, gab der Republik einen hundert Mahlgefährlichern Feind. Man warf ihm vor, er fürchte wenigerden Umsturz der Freiheit, als die Erhebung dcö Antoniris.

Als sich das Triumvirat gebildet hatte» forderte AnteniuS,gegen welchen Cicero seine

Philippicas

gehalten hatte, von Octavius den Kopf desselben, der nieder-trächtig genug war, ihm denselben zuzugestehen. Cicero wolltesich anfänglich zu Wasser flüchten; als er aber die Unbequem-lichkeiten der Schiffahrt nicht ertragen konnte, ließ er sich ansLand setzen, und sagte, er zöge den Tod in seinem Va-terlande, das er ehedem von der Wuth des Cati-lina gerettet hätte, dem Schmerze vor, entferntvon ihm zu leben. Die Mörder erreichten ihn bei einemseiner Landhäuser; erließ sogleich seine Chaise anhalten, undreichte ruhig seinen Hals dem Stahle der Mörder dar. DerTribun Popilius Lena, der seiner Beredsamkeit daS Lobenverdankte, führte diesen barbarischen Auftrag aus, hleb den Kopfund die rechte Hand des Cicero ab, und brachte dem grausamenTriumvir diesen würdigen Tribut. Fulvia, die Gemahlindes AntoniuS, eben so rachsüchtig, als ihr Genialst, durch-stach die Zunge deS Cicero an mehrcrn Stellen mit einer goldenenNadel. Diese traurigen Reste des größestcn der Redndr, des Be-freiers seines Vaterlandes, wurden auf der Rcdnerbühne ewige-