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CICERO
stellt, die so oft von seiner beredten Stimme wiederhallte. Erwar 63 Jahr alt, als er 43 Jahre vor Christi Geburt erwürgtwurde.
Die Geschichtschreiber mahlen den Cicero als einen Mannvon hohem, aber schmächtigem Wüchse, mit einem Hdlse von un-gewöhnlicher Lange, mir männlichen und sehr regelmäßigen Ge-sichlszügen, mit einer so offenen und heitern Miene, daß er Zu-neigung und Hochachtung zugleich einflößte. Seine körperlicheBeschaffenheit war schwächlich, aber er hatte sie durch Mäßigkeitund Frugalität gestärkt. In seiner Kleidung und Putz, welchedie Weisen für die Abzeichen der Seele halten, beobachtete er das,was er in seinen Pflichten vorschreibt. Er kleidete sich mitder Bescheidenheit und dem Anstaube, die seinem Rang und Cha-racter geziemten. Er liebte die Sauberkeit ohne Affectatio». Ervermied die Sonderbarkeiten mit Sorgfalt, von grober Nachläs-sigkeit und übertriebener Delicatesse gleich weit entfernt. Nichtswar liebenswürdiger, als sein Betragen und stire Manieren imhäuslichen Leben und in der Gesellschaft seiner Freunde: er warein nachsichtiger Vater, ein eifriger und aufrichtiger Freund, eing» fühlvvllcr und freigebiger Ecbiether. Sein Humor war vor»Natur lustig, und sein Geist zum Spott geneigt. Der Gebrauch,den er in öffentlichen Geschäften davon machte, war immer ab-gewogen genug, um sich dadurch keinen Tadel zuzuziehen; aberIn Prisat-Untcrhallungen mischte er oft gute und schlimme Plai-santerien unter die ernsthaftesten Dinge, und fürchtete sich nichtgenug, sich durch seine Loos-mots Feinde zu machen. Manhat auch bemerkt, daß er sich im Glück zu sehr erhob, und im Un-glück zu sehr niedergeschlagen wurde; er überredete sich in der ei-nen und der andern Lage zu leicht, daß sie sich nie ändern würde.Die lebhafteste und sichtbarste Leidenschaft seines -Herzens warder Ruhm, und jener Durst nach Lobe, den nichts zu stillen ver-mochte. Er bekannte ihn selbst, nährte ihn mit Nachsicht gegensich selbst, und trieb ihn einige Mahl bis zum Lächerlichen. Manspottete oft über die Affectation, mit welcher er seine Verdiensteum die Republik beständig pries. In seinem Tractat über dieGesetze sind die Jnterlocutoren gleichsam zwei Schüler von ih-rem Meister, beständig in Ertast und Weihrauch in der Hand,und, wie es scheint, einzig damit beschäftiget, dem Cicero überseine Prosa und Verse Lobsprüche zu ertheilen. Welch ein sonder,bares Ding ist die Eitelkeit in ven größestcu Genies! — DieNachwelt hat seine Schwachheiten vergessen, und laßt seinen er-habenen