Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CIGNANI

seitdem den Felsen des Cid nennt. Endlich machte er sichnachdem Tode des Königs von Toledo, Hiaya, Meister vonValenzia, und blieb daselbst bis an seinen Tod, 1099.

Dieß ist die kurze summarische Anzeige von den schonen Tha«ren dieses Castilianischen Helden; alles Uebrige, was man imMariana und in andern Geschichtschreibern von ihm findet,sind Fabeln, ohne sein Treffen mir dem Grafen Gomcz davonauszunehmen, den Cid, sagt man, in einem persönlichen Kampferlegte. Man sehet hinzu, er habe C h i m e n e oder 36 i ra c n e,die Tochter dieses Grafen, leidenschaftlich geliebt, und sei von ihrnicht weniger geliebt worden. Ehre und kindliche Liebe forderteRache, und die Liebe Verzeihung von ihr; diese letztere siegte.Chimene bat den König Ferdinand um Cid, ihre Thränen zutrocknen, und ward seine Gemahlin. Und diese rührende Lageist es, welche der große Corneille in seinem Trauerspiel I« sCid, nach dem Spanischen, so vortrefflich ausdrückte.

CIGNANI (Carlo), ein vortrefflicher Mahler von Bologna,kernte bei I. Baptista Cairo und Franz Albani, wel-chem er in seinen Werke» an die Hand ging. Er mahlte miteiner prächtigen, wohlansgedrückten, zarten, angenehme» undstarken Manier, welche mau einen Auszug der Werke des Cor-reggio, Tizian und der Carracci nennen könnte. Erwurde für einen der besten Künstler in Europa gehalten, undman findet von seinen Gemählden in den vornehmsten Gallertengroßer Herren. Seine schönste und größeste Arbeir ist daS Ge-wölbe der Kirche Santa Maria del Fuoco ZU Forli, mit welcherer viel Jahre zubrachte, und in derselben die Krönung der H.Maria vorstellte. In diesem Werke bewundert man die Schön-heit seines Genies und die Vortefflichkeit seiner Talente.

Der Herzog von Parma erhob ihn in den Grafenstand, undPapst Clemens XI. hatte eine besondere Achtung für diesen Künst-ler, den er ungeachtet seiner Abwesenheit zum beständigen Haupteder neuerrichteten Academia Clementina zu Bologna ernannte.Er starb zu Forli 1719, im 91.Jahre seines Alters.

Cigna«! war richtig in der Zeichnung, angenehm im Cvlorit,zierlich in seiner Zusammensetzung. Er mahlte mit großer Fer-tigkeit, kleidete seine Figuren mit gutem Geschmack, und drücktedie Leidenschaften kräftig aus. Vielleicht arbeitete er seine Werkenur allzu fleißig aus, welches ihn verhinderte, die gehörige Leb-haftigkeit darin anzubringen. Marienbilder ,md halbe Figuren

mahlte