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CLAUDB
zu Agostino Trasso, welcher ihn miethete, ihm die Farbenzu reiben, die Pallette und Pinsel zu reinigen, sein Hauswe-sen zu besorgen, seine Speisen zu bereiten, und allen seinenGeschäften vorzustehen; denn Agostino hielt keine andere Bedie-nung. Sein Herr glaubte, ihn zu seinen größer« Werken eini-ger Maßen mit brauchen zu können, und lehrte ihm nach undnach die Regeln der Perspektive und die Anfang-gründe derZeichnung. Claude wußte erst nicht, was er mit diesen An-fimgsgründen der Kunst anfangen sollte; da ihm aber Muthgemacht wurde, und er nicht ermangelte, sie anzuwenden,sich er sie endlich ein, nnd trieb nun die Kunst mit erstaunlichemEifer. Er studierte auf den Hügeln an der Tiber, und imfreien Felde, wo er vom frühen Morgen bis in die Nacht saß,und allen seinen Unterricht au- der Natur selbst nahm. Als ermanches Jahr diese vortreffliche Meisterin fleißig nachgeahmthatte, erstieg er die höchste Stufe der Vollkommenheit in derLandschaftmahlerei. Sein Gedächtniß war so gut, daß er,wenn er nach Hause kam, mit der größesten Treue mahlte,waö er auswärts gesehen hatte.
Er wurde wegen seiner Erfindung, der Sanftheit seinesColvrits, der reihenden Mannigfaltigkeit und Zartheit seinerTinten, wegen seiner künstliche» Vertheilung der Lichter undSchatten, wegen der herrlichen Disposition seiner Figuren, undwegen der Harmonie seiner Zusammensetzungen allgemein be-wundert. Er wurde vom Papst Urban VIII. und vielen Ita-liänischen Fürsten zur Verschönerung ihrer Palläste angestellt,und starb i68r zu Rom.
CLAUDE, Cdlestiner-Bruder, lebte unter der RegierungCarls VI. zu Anfange des 15. Jahrhunderts, «nd war würdig,das unsrige aufzuklären. Wir haben ein philosophisches Werkvon ihm:
Ueber sie Irrthümer unserer Sensationen, und sie Ein-flüsse des -Himmels auf die Erde,gegen die Astrologie, worin er sich mit so vieler Richtigkeit undBestimmtheit ausdrückt, daß man «S für das Werk einesNeuern halten würde, wenn man «S ohne den Namen desVerfassers aus dem Lateinische» übersetzte. Wir verdanken die-ses Werk dem Oronce Eine, der es 1542 bei Simon de Coline»herausgab. Der Verfasser verdienet dem Bacvn und Lockean die Seite gesetzt zu werden.
CLAUDIA-