IÖ 4 CONDILLAC
CONDI V,I
CONDJLLAC (Etienne Bonnot de), Mitglied fcftFranzöffschcn Akademie und der zu Berlin, Abbt vonMürraur,erster Lehrer Ferdinands, Herzogö von Parma, 17*'^ zu Gre-noble geboren, starb den 2. August 1782 auf seinem Landgutskiux bei. Lesujanci an einem Faulsieber. Ein großer Sinn,eine sichere Beurtheilung, eine reine und gründliche Metaphysik,eine eben so gemahlte als ausgebreitete Litteratur, ein festerCharacter, ernste Sitten ohne Strenge, ein etwas scntcntckftrTon, mehr Fertigkeit zu schreiben, als Z» sprechen, dieß sinddie Hanprzüge im Porträt des Abbts von Eondillac- Mansammelte in 3 Daodezbänden, unter dem Trtel seiner Werke,seinen
Essai für Vorigint des connoisfances humaines, seinenTratte des Sensations , seine»
Tratte des Sufifmes;
vortreffliche Werke, voll von richtigen, lichtvollen und neuenIdeen, mit Klarheit geschrieben, mir Gründlichkeit gedacht,und worin der philosophische Ton die natürliche Sprache desVerfaffers zu sein scheint. Sein
Gaurs d'Etudes , in isi Banden in 12.znr Unterweisung seines erlauchten Schülers verfaßt, verdientdasselbe Lob; aber in dem historischeir Theile, der übrigens sehrgut geschrieben und voll von neuen Ansichten ist, vermißt manoft Warme und Lebhaftigkeit, und einen mahlerischen Stvl.Dieses Buch, welches die aufrichtigste Menschenliebe und daslebhafteste Vkrlangcn, die Regenten zu wohlthätigen und glück-lichen Menschen zu machen, athmet, ist nichr in jenem eingrei-fenden und rührenden Tone geschrieben, dessen sich Fenelon zurErreichung desselben Zweckes bediente.
CONDIVI (Ascanio), ein Mahler und Bildhauer vonRipa Traosona gebürtig, lernte bei Michel Angelo Bo na-ro ta, dessen Lebensbeschreibung er 1553 in 4. zn Rom drucke»ließ. Die zweite Ausgabe dieses Werks hat der gelebrte PropstAnton Franz Gori besorgt, und mit vielen Anmerkungenund Zusätzen 1746 zu Florenz in Folio drucken lassen.
Von Eondivi'S Lebensumstanden und Werken ist weiter nichtsbekannt, als daß er sich große Mühe gab, etwas zu erlernen,wovon man aber nicht die geringsten Früchte weder in Gemähl-den noch Jeicknunge» findet. Er brachte etliche Jahre mireinem Gemählde zu, welcher er nach seines Meisters Carton
verfcr-