Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
Seite
165
JPEG-Download
 

CONFUCIUS

165

verfertigen sollte; allein ob ihm dieser gleich hierzu genügsameAnleitung gab, ging doch alle Hoffnung, in der Kunst berühmtzu werden, bei ihm verloren.

CONFUCIUS oder CONGFUTZEE, der Vater der Chiue-fisckcn Philoscphen, z» Chanping »m dasJahr 550 vor ChristiGeburt aus einer erlanchten Familie geboren, welche ihrenUrsprung von T i-Y, dem 27.Kaiser der zweiten Linie, herlei-tete. Er zeigte sich schon in seiner Kindheit als Philosoph, undseine Philosophie wuchs durch Lectüre und Meditation. Als erMandarin und StaarSministcr des Königreichs llu, jetzt Chann-ton, geworden war, zeigte er, wie wichtig cS sei, daß dieKönige Philosophen sind, oder Philosophen zu Ministern Naben.Er hatte das Ministerium nur in der Hoffnung angenommen,seine Aufklärungen von einem erhabenen Orte leichter ausbrei-ten zu können. Als sich durch die Verführungen mehrerer Wei-der, welche der König von "Fei dem Könige vo» du geschickthatte, Unordnungen am Hofe eingefchlicheu hatten, legte ersein Amt nieder, und begab sich in das Königreich China, umdaselbst die Philosophie zu lehren. Seine Schule ward so be-rühmt, daß er in kurzer Zeit gegen Zooo Schüler harte, unterdenen 500 waren, welche in verschiedenen Königreichen diehöchsten Stellen bekleideten.

Er theilte seine Lehre in vier Tbeile, und seine Schüler ineben so viele Klaffen. Die der ersten Ordnung beschäftigtensich mit der Uebung der Tugend und Bildung des Geistes undHerzens; die der zweiten übten sich nicht nur in den Tugenden,welche den rechtschaffenen Mann ausmachen, sondern auch inder, welche den Menschen beredt warbt; die der dritten wid-meten sich der Politik; und die Beschäftigung derer von dervierten Ordnung bestand darin, daß sie die richtigsten Reflexiv,rien über die Sitten in dem elegantesten Styl' aufsetzten.

Confucius hatte bei seiner ganzen Lehre keinen andern Zweck,als dir Finsterniß des Geistes zu zerstreuen, die Laster au-dem Herzen zu bannen, und jene Unschuld, das in aller! Jahr«Hunderten so seltene Geschenk des Himmels, wieder herzustellen.Der Gottheit gehorchen, sie fürchten, ihr dienen; seinen Näch-sten lieben, als sich selbst; sich überwinden; seine Leidenschaf-ten der Vernunft unterwerfen, uichts thun, nichts denken,was gegen dieselbe ist; dieß waren die Lehren, die dieser großeMann gab und ausübte. Eben so bescheiden, als erhaben, er-

L z klärte