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Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CONSTANTINUS D. G R.

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hatte, daß er sie habe verführen wollen (man sehe den ArtikelFAUSTA); das Zaudern, sich in die Geheimnisse der Religioneinweihen zu lassen; den übel verstandenen Eifer, daß er sichallzu oft, und bisweilen gegen sein wahres Interesse, in die An-gelegenheiten der Kirche mischte. Man beschuldigte ihn aucheines Stolzes, der keinen Nebenbuhler ertragen konnte, einerallzu weit getriebenen Pracht und Verschwendung; er verschwen-dete den öffentlichen Schatz an unnöthige Gebäude, an die Bc-reicherung von Ministern, welche, weit entfernt die geringsteWohlthat zu verdienen, sein Vertrauen mißbrauchten, und ihnzum Werkzeug ihrer Leidenschaften machten.

Eigenschaften, die größer waren, als seine Fehler, bedeckteneinen Theil derselben. Er war an der Spitze seiner Armeen tap-fer, sanft und leutselig gegen seine Unterthanen, die Liebe seinesVolkes und das Schrecken seiner Feinde. Der Kaiser Julianhat sich, ob er gleich Constantius Neffe war, allzu viel gegenihn ereifert, wenn er ihn als einen Fürsten schildert, der sichder Weichlichkeit ergab, und in Wollüsten versunken war. EinFürst, der fast beständig Krieg führte, hatte keine Muße, i»Unthatigkeit und Sorglosigkeit zu verfallen. Er war selbst inden letzten Jahren seines Lebens noch thätig. Im Jahr 332führte er gegen die Gothen, die seine Tapferkeit und Machtschon empfunden hatten, mit Erfolg Krieg. Als dieses wildeVolk seine Feindseligkeiten von neuem anfing, schickte er seinenältesten Sohn gegen sie, der sie in verschiedenen Treffen schlug,und gegen 100,000 derselben durch Schwert, Hunger undElend aller Art aufrieb. Constantin benutzte diese Vortheils alsein einsichtsvoller und mäßiger Fürst. Als er die Wildheit derGothen durch Gewalt und Schrecken zurück geschlagen hatte,schlug er es nicht ab, mit ihnen in Unterhandlung zu treten;und da diese Nation aus verschiedenen Völkerschaften bestand,die nicht alle an dem Kriege Theil genommen hatten, so befolgt'er bei den Traktaten verschiedene Plane. Denjenigen, die erhatte überwinden müssen, legte er härtere Bedingungen auf» undforderte Geißeln, unter andern den Sohn ihres Königes Aria-r i c, von ihnen. Die andern wurden unter dem Namen vonFreunden und Bundesgenossen genöthiget, die Majestät des Rei-ches anzuerkennen.

Die Früchte dieses Sieges und des darauf erfolgten Friedenswaren für den Sieger und die Besiegten gleich groß. Constan-tin befreite sich von dem schimpflichen Tribut, den seine Vor-fahren