CONSTANTINUS D. GR.
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fahren an diese Barbaren bezahlt hatten, und sicherte von derSeite der Dona» feine Grenze. Die Gothcn fingen durch diesenähere Verbindung mit den Römern an, ihre wilden Sitten zusanstigen und Menschen zu werden.
Zu derselben Zeit gaben auch die Sarmatcn dem ConstantinGelegenheit zur Uebung in den Waffen. Jbrentwegen hatt' erden Krieg gegen die Gvthen unternommen. Die Sarmaten, we-nig dankbar für diese Wohlthat, wagten es, in das RömischeGebieth Einfälle zu thun; aber Constantin brachte sie zu ihrerPflicht zurück. Zwei Jahre darauf wurden sie durch eine sonder-bare Begebenheit dahin gebracht, die Reichsländer in Zukunftnicht nur nicht mehr zu beunruhigen, sondern sogar in denselbeneine Freistatt zu suchen. Es brach zwischen ihnen und den Go-rhen ein Krieg aus, und sie ergriffen hierbei ein Mittel, dasschlimmer als das Uebel selbst war. Sie bewaffneten ihre Scla-ven, und da dieselben weit zahlreicher waren, als ihre Herren,und die Gewalt in ihren Händen sahen, so trieben sie dieselbenaus dem Lande. Die Sarmatcn, 300,000 Männer, Weiberund Kinder, flüchteten in die Staaten Constantius, und flehtenihn um Gnade an. Der Kaiser nahm sie mit Güte auf, stecktediejenigen, die dienstfähig waren, unter feine Truppen, undversicherte den andern ihren Lebensunterhalt, indem er ihnen inThracien, Klein-Scylhien, Macedonien und bis in Italien Län-dereien anwies.
Constantin war so wenig weichlich, und behielt seinen kriege-rischen Geist biö anS Ende so sehr, daß er sich noch in einemAlter von mehr als 60 Jahren vorbereitete, an der Spitze seinerArmeen gegen die Perser zu ziehe», als er von der Krankheit,an welcher er starb, überfallen wurde. Mit der Liebe zu denWaffen verband er die zu den Wissenschaften. Im Eusebiusfindet man mehrere Beweise von seiner Gelehrsamkeit. Er ver-faßte und hielt mehrere Reden. Man hat noch eine von ihm mitder Ueberschrift:
Rede in der Versammlung der heiligen,die er zu Constantinopel am Osterfeste hielt. »Nichts for-»dert tugendhafte und aufgeklarte Menschen mehr»auf, Gutes zu thun, sagte er zu einigen seiner Höflinge,welche ihm abriethen, bei einer Rede gegenwärtig zu sein, »als»wenn sie wissen, daß der Kaiser ihre Werke hd-»ren oder lesen wird."
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