Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CONSTANTIUS I.

ihn als einen falschen, unverschämten Menschen, und in Rück-sicht des Verständnisses der alten Autoren als einen Esel. Aberdiese Beleidigungen schadeten nur dem, der sie ausübte. Uebri-gens zweifelt der Pater N i c e r o n, daß Constantin ein Altervon log Jahren erreicht habe; im 27. Bande seiner Memoi- 1ren kann man die Gründe seines Zweifels sehen.

CONSTANTIUS I. mit dem Beinamen C hlor»«, wegender Blässe feines Gesichts, Sohn des Eutropius, einesvornehmen Mannes aus Ober - Mösien, und Vater Constan-tius des Großen, wurde um das Jahr 2;o geboren. Erward frühzeitig als ein tugendvoller, weiser und tapferer Mannbekannt, wurde im Jahr 292 zum Cäsar ernannt, und verdientedurch seine Siege in Groß-Briranien und Deutschland diesenTitel. Er verstieß damahls seine erste Gemahlin, um sich mitTheodors, der Tochter des Marimianus Hercules,dco Collegcn des Diocle tian. Zu vermählen. Als er vermögeder Abdankung des Diokletian im Jahr 305 Kaiser ward, theilteer mit Galerius Maximianus das Reich. Er bemühtesich. Glückliche zu machen, und es gelang ihm. Die Christenwurden in den Ländern, die besonders unter ihm stanoen, nichtgequält." Er stellte sich, diejenigen von seinen Beamten aus demPallaste jagen zu wollen, welche das Christenthum nicht vcrläug-nen würden. Einige von ihnen opferten ihre Religion ihrem In-teresse auf; andere wollten lieber ihre Aemter verlieren, als anihrem Gewissen zu Verrathen, werden. Die erstem durften ihmnicht wieder vor Auge:: kommen, denn er sagte, »leichtsinnige»und feigherzige Menschen, die ihren Gott verriethen, würden»ihren Fürsten noch weit leichter verrathen;" den letztem ver-traute er seine Person und seine Geheimnisse an, und überschüt-tete sie mir Wohlthaten.

Dieser große Fürst starb im Jahr 306 zu Vork, nachdem erseinen Sohn Constantin zum Cäsar erklärt harte. Er hatte vonseiner zweiten Gemahlin den Julius Constantius, denVater deS Julianus Apostata und des Gallus.

Die Tapferkeit deS Constantius Chlorus, spricht M. Thomas,nahm seiner Menschlichkeit nichts. Er war Kaiser, und beschei-den und sanft, unumschränkter Monarch, und setzte einer Ge-walt Schranken» die keine hatte. Er besaß keinen Schatz, weiler wünschte, daß jeder seiner Unterthanen einen habe. An Fest-tagen borgte er goldene und silberne Gefäße von seinen Freunden,