Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CORNEILLE

Herzen deS Mädchens den Platz des Einführcrs ein. DieserWechsel machte ihn znm Dicdter, und war der Stoff vondelite, seinem ersten Theaterstück. Diese Komödie, so unvoll-kommen sie auch ist, wurde mit ungewöhnlichem Beifall auf-geführt.' Man sahe durch alle ihre Fehler hindurch, daß die dra-matische Dichtkunst sich zu vervollkonimuen anfange; und aufdas Zutrauen, welches man zu dem neuen Dichter hatte, bildetesich eine neue Gesellschaft von Schauspielern. Auf Melite folgteLa Veuve, la Galerie du Palais, la Suiva^ite, la Place Royale,Clitanäre und einige andere Stücke, die jetzt zu weiter nichts,als zur Bezeichnung einer Epoche der Geschickte des Französi-schen Theaters dienen. — Corneille flog einen erhabenen Flugin seiner Medee, und vorzüglich im Cid, einer Tragi - Komödie,welche i6z6 gegeben wurde, wodurch das so genannte Jahrhun-dert LudewigSXIV. anfing. Als dieses Stück erschien, war derCardinal Richelieu, eifersüchtig über alle Arten von Ruhm,so unruhig darüber (spricht Fon tenelle imheben seines be-rühmten Oheims), als wenn er die Spanier vor Paris gesehenhatte. Er empörte (welches eben nicht sehr schwer sein niußte)Schriftsteller gegen dieses Werk, und stellte sich an ihre Spitze.Die Französische Academi« gab auf Befehl dieses Ministers, ih-res Stifters und Beschützers, ihre Seutimens über diese Tragö-die. Aber sie mochte immer critisieren; das Publicum , umuns des Ausdrucks dechBoilcau zu bedienen, fuhr hartnäckigfort, sie zu bewundern. In mehreren Provinzen Frankreichswar es zum Sprichwort geworden, zusagen: Dieß ist schönwie der Eid. Corneille hakte in seinem Cabinctt Ucbersetzun«gen dieses Stückes in allen Europäischen Sprachen, die Scla-vonische und Türkische ausgenommen. Die Spanier, von denener diesen Stoff entlehnet hatte, wollten eine Copie, deren Ori-ginal ihnen gehörte, selbst wieder copieren; die aber, vermögeder Verschönerungen, die ihr der Französische Dichter gegebenhatte, höher und größer geworden war, als alles, was dasSpanische Theater jemahls hervorgebracht hat. Er schrieb losHoraces uiib Cinna, welche, nach dem Urtheil der Franzosen,weder vom Alterthum noch von den neuern Tragikern übertreffenwerden. Der Lid , sagt der Verfasser des JahrhundertsXndewigs XIV. war am Ende nichts als eine Nachahmungdes Guillem de Castro; und Cinna, der auf jenen folgte, wareinzig. Der große Conde weinte in seinem zwanzigsten Jahre,bei der ersten Vorstellung dieses Stücks, bei folgenden Wortendes Augustus: