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Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CRUSIUS

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Schwärmereien verdunkelt worden, zumahl da sich dieser Er,«esti, einer der aufgeklärtesten Männer seiner Zeit, mit so vie-lem Nachdruck und Ansehen widersetzte. Die meisten gutenKöpfe urtheilten ununtersucht, daß ein Mann, der in vielenTheilen der Theologie so sehr von Verblendung gefesselt war,keiner tiefen Einsichten im Fache der Philosophie fähig sein könne.Allein bei Erusius war es der Fall, daß Theologie der verfinsterteTheil seiner Seele war, während er im Gebiethe der Philosophiemehr Licht gewonnen harte, als alle Philosophen vor ihm. Cru- 'si'uö, als Philosoph, ist vorzüglich ausgezeichnet durch einen echtsystematischen Geist, welcher den großen Denker characcerisicrt,Lurch einen außerordentlichen Tiefsinn, der bis auf die letztenGründe der Wahrheit dringt, durch einen feinen Scharfsinn imErklären und Eintheilen, ja, wir können hinzusetzen, durch einen lphilosophischen Styl, in welchem Bestimmtheit, Deutlichkeit undSimplicität vereinigt sind. Vorzüglich groß ist sein Verdienstrrm die L 0 g i k, die Ontologie und Moral. In der L 0-gik hak er viele neue Aufschlüsse gegeben in den Lehren vonden Kräften des Verstandes, von den Verhältnis-sen der Begriffe, von der Deutlichkeit, von denersten Gründen und den verschiedenen Arten derSchlüsse, vom Definieren, Beweisen, und der Me-thode; vor allen aber in dcrLehie von der Wahrschein-lichkeit und den verschiedenen Arten der Gewiß-heit. In der Ontologie zeichnen sich besondkrö die Ab-schnitte über die Möglichkeit, die Wirklichkeit, unddie wirkenden Ursachen aus. Seine Anweisung ver-nünftig zu leben ist unstreitig das schätzbarste Systemder moralischen Wahrheiten, welches vor Kant erschienen ist.

Er stellte die Idee der Pflicht unabhängiger von dem Triebe inach Glückseligkeit dar, als die Weltwciscn vor ihm, und führteeinen tief gedachten Beweis für die Freiheit des Willens. |Sein System bekam eben dadurch eine Reinheit und Bestimmt- iheit, welche man in andern Systemen seiner Zeitgenossen ver-mißt. Auch in seiner Theorie der Triebe und Neigun-gen findet man eine Menge treffender Blicke in die Narur desmenschlichen Herzens. Seine Geister lehre und sein Na-turrecht sind die unbedeutendsten Producte seiner philosophi-schen Muse. Der Werth dieses Weltwcise», welcher besondersdurch die Leibnizisch-Wölfische Secte in Schalten gestellt war, >ist vielleicht erst durch die Philosophie Kants in sein volles Licht ,gestellt worden, und Hcy den reich, S chmid u. a. haben

der