Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CUJACIUS

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rathe zu Grenoble beizuwohnen. Der Herzog Emanuel Philibcrtvon Savoyen und der Papst Grcgorius XIII. erwiesen seinemVerdienst eben so große Achtung. Wenn ihn die Deutschen Pro-fessoren auf dem Cathedcr anführten, griffen sie mit der Handnach der Mütze, um die Hochachtung zu bezeigen, welche sie fürdiesen berühmten Erklärer der Gesetze hatten. Er war, nachS caliger , der Vater seiner Zuhörer. Er hatte deren zu Bour,ges gegen tausend, und borgte ihnen Geld und Lücher.

Cujas ist unter allen neuern Rechtsgelchrtcn der, welcher indie Geheimnisse der Gesetze und des Römischen Rechtes ammeisten eindrang. Man hat ihn der Jrrcligivn besclstildiget,weil er denen, welche mit ihm über die Verheerungen des Calvi,nismus sprachen, antwortete: „Nihil hoc ad edictum practo,„ris, das geht das Edict des Prätors nichts cm,“ Aber dieseAntwort scheint mehr den Character eines Gelehrten, der sichsehr mit seinen Büchern beschäftiget, und gegen alles anderetaub und stumm ist, als den Cbaractcr eines Menschen zu schil-dern, der nichts glaubt, und über alles spottet.

Die beste Ausgabe der Werke des Cujaö ist die von Fa-brot, Paris 1658 i» 10 Foliobänden. Die, welche Cujaö beiRivellc zu Paris selbst besorgte, ist sehr selten. Man gab1762 zu Neapel in 2 Folianten noch eine heraus; sie ist nicht soschön als die vorhergehenden, aber wegen der beigefügten allge-meinen Inhaltsanzeige bequemer.

Man wandte auf Cujas dasjenige an, was ein Mann vonGeist von den alten Rechtsgelchrtcn sagte: » Man findet in ih-»ren Schriften eine ausgebreitete Kenntniß und eine gründliche»Betrachtung über den Theil der Gesetze, welchem sich ein jeder» von ihnen besonders widmete; die Absicht, darin alles aufzu«» klaren, und selbst einfacher zu machen; fast immer viel Vcr-»stand; die Energie eines festen und freien Geistes; oft sogar»kühne Züge eines originellen Geistes und eme Menge Winke»zu weisen und mutbvollen Verbesserungen. Aber diese vortreff-» lichen Eigenschaften werden durch Mangel verunstaltet, die»man bloß ibreni Jahrhundert zuschreiben muß: solche Felller»sind, beständiger Mißbrauch der Gelehrsamkeit; Vorurtbeile,»welche ihr Genie einschränken; nutz - und oeid enstlose Details;»eine verwirrende und ermüdende Weitschweifigkeit; ^ein Styl,»der oft den Stempel des Talentes führt, aber alle Schwerfäl-»ligkeit und Buntscheckigkeit der Zeiten behält, in welchen man»noch kein Gefühl, und keine Grundsätze des Geschmackes

' »hatte.*