Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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DEMETRIUS C Y N.

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„mir nicht die Tugend nehmen, die mir dieselben»erwarb.«. Der Philosoph begab sich ohne zu klagen zu Pto-lcmaus Lagus, König von Aegypten. Dieser Fürst fragte ihnum die Nachfolge seiner Söhne um Rath. Man sagt, er habeihm gerathen, die Krone auf das Haupt der Söhne der Euridicezu setzen. Philadelphus , Sohn der Berenice, wurde durch die-se» Rath so beleidiget, daß er ihn nach dem Tode seines Vaters,s 8 Z Jahr vor Christi Geburt, nach Ober-Aegypten verwieseDemetrius gab sich hier ausUeberdruß dcö Lebens selbst den Tod,und ließ steh von einer Naticr stechen. Wenigstens versichertdieses Diogenes Laertius, dem andere Schriftsteller wi-dersprechen. Diese versichern, Demetrius habe bei Philadelphusin großem Ansehen gestanden, seine Bibliothek mit 200,00c»Volumen vermehrt, und diesen Fürsten veranlaßt, das Gesetzder Juden aus dem Hebräischen in das Griechische übcrsetzerrzu lassen.

Alle Werke, die Demetrius Phalereus über die Geschichte,Politik und Beredsamkeit geschrieben hatte, sind verloren gegan-gen. Die Rhetorik, die ihm mehrere Geschichtschreiber zu-eignen, ist von Dionysius von Halicarnasi.

DEMETRIUS, ein Cynischcr Philosoph. Caligula wollteihn durch ein Geschenk für sein Interesse gewinnen; er antwor-tete: »Wenn der Kaiser die Absicht hat, mich in»Versuchung zu führen, so schick' er mir sein Dia-»dem.« Der Kaiser Vespasi an, der diese mehr brutaleals philosophische Freiheit nicht gewohnt war, vertrieb ihn nebstallen andern Philosophen aus Rom. und verbannte ihn auf eineInsel. Der Cyniker machte sich sein Erst! durch Schmähungenauf den Kaiser angenehm. Dieser Fürst ließ ihm sagen: »Du»thust alles, waS du thun kannst, mich dahin zu»bringen, daß ich dich umbringen lasse; aber ich»lasse nicht alle Hunde todt schlagen, welche be!»»len.«

Dieser Demetrius war ein Schüler deö Apollonius vonTyana. Er starb auf dem Stroh, gefürchtet von den Schlech-ten, geschätzt von den Guten, und selbst von Seneca bewundert,welcher von ihm sagt: »DieNatur hatte ihn gebildet, um seinem»Jahrhundert zu zeigen, daß sich ein großes Genie vor der Ver-»derbtheit der Menge bewahren kann.«

DEME-