Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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DOMITIA

DOMITIANUS

Bis auf ihn war der Regenbogen ein fast unerklärliches Wundergewesen: DominiS war der erste, der den Grund der Farbendieses Phänomens mit Scharfsinn entwickelte. Er spricht inseinem Buche von Ferngläsern, deren Erfindung damahls nochsehr neu war. Unter die von ihm Zudeckte Wahrheit find einigeIrrthümer gemengt; aber Deöcartes, der ihm folgte, berich-tigte und übertraf ihn.

DOMITIA LONGINA, Tochter des berühmten Corbulvn,General unter Nero, und Gemahlin des Domitia n, machtesich durch ihre Ausschweifungen, deren sie sich noch berübnite,berüchtigt. Sie war anfänglich an Lucius Aelius Lamiaverhcirathet gewesen, nach welchem sie Domitian nahm. Alsihr Umgang mit dem Schauspieler Paris, und ihre übrigenVergebungen bekannt wurden, verstieß sie der Kaiser, konntesich aber nicht enthalten, sie einige Zeit darauf wieder zu nehmen.

Domitia trat, überdrüssig ihres Gemahls, der Verschwörungdes Parthenius und Stephan bei, in welcher Domitiansei» Leben verlor. Auf diese Weise befreite sie sich von der Furcht,in welcher sie täglich schwebte, ihr Gemahl möchte sie seiner Un-zufriedenheit mit ihr und seiner Eifersucht aufopfern. Manhatte sie eines blutschänderischen Umganges mit ihrem Schwager,dem Kaiser Titus, angeklagt: sie reinigte sich davon durch einenEid, und die Unverschämtheit, mit welcher sie ihre übrigen Aus-schweifungen eingestand, erwarb ihr hierin Glauben.

Domitia starb unter der Regierung des Trajan. Sie warvon vollendeter Schönheit, und halte ein sehr verbindliches Be-tragen , großes Verlangen zu gefallen, einen erhabenen und alleszu unternehmen fähigen Geist. Sie hatte von Domitian einenSohn, der jung starb, und unter die Götter versitzt wurde.

DOMITIANUS (Titus Flaviüs), Bruder des Titus,Gehn dcS Vespasian und der Flavia Domitilla, im Jahrzr nach Christo geboren, ließ sich im Jahr 8l zum Kaiser aus-rufen, ohne den Tod des Titus zu erwarten, entledigte sich aber,nach einigen Schriftstellern durch Gift, desselben bald.

Seine Gelangung auf den Thron versprach dem RömischenVolke anfänglich heitere Tage. Er affectierte sanft, freigebig,mäßig, uneigennützig, ein Freund der Gerechtigkeit, ein Feindder Schikane, der Angeber und der Salyrikcr zu fein. Er er-richtete die vom Feuer verzehrten Bibliotheken wieder, «no ließ

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