DORFLING
DORIA
4 r 3
i
• DORFLING, berühmter Preußischer Officier, der unter demChurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg voneinem SchneidergeftÜen bis zum Feldmarschall empor stieg. Erzeichnete sich vorzüglich 1665 gegen die Schweden aus.
■ Die Geschichte dieses Helden ist sehr sonderbar. Als er vonden Lehrjahren zu Tangermünde frei gesprochen war, hatte erden Stolz, nach Berlin in Arbeit zu gehen. Als er an eineFähre über die Elbe kam, und die Ueberfahrt nicht bezahlenkonnte, würd' er zurück gewiesen. Er ärgerte sich hierüber,schimpfte auf sein Handwerk, das er für die Ursache davoir hielt,warf sein Felleisen in den Fluß, und ward Soldat. In dieserneuen Laufbahn machte er Riesenschritte, erhielt bald die Achtungi seiner Cameraden, dann seiner Officiere, und endlich des Ehur-! fürsten, seines Herrn. Dieser große Fürst, der den Krieg liebte,ihn verstand und zu führen genöthiger war, avancierte einenMenschen'schnell, der mit den Tugenden eines Bürgers alle Ta-lente eines Kriegers verband. Dorsiing ward Feldmarschall, underfüllte die Idee, die man sich von eincni Manne machen muß,der vom gemeinen Soldaten bis zum Generalat stieg. Ein sogroßes Glück erregte die Eifersucht niedriger Seelen. Es gabMenschen, die schlecht genug waren zu sagen, Dorfling habe,da er ein großer Herr geworden sei, die Manieren seines erstenStandes noch nicht abgelegt. »Ja, sagte er zu denen, die ihmdieses wieder erzählten, ich bin ein Schneider gewesen,ich habe Tuch geschnitten; aber das ist jetzt,l fuhr er fort, und legte die Hand an den Degen, da ö Jnstru-
! menk, mit welchem ich denen, die Uebels von mir
\ reden, die Ohren abhaue."
1 DORIA (Andrea), ein edler Genueser, der größeste See-! wann seines Jahrhunderts, 1468 zu Oneglia, einer kleinen.Stadt an der Küste von Genua, geboren, wovon sein VaterCeva Doris Cosignore war- Er trug frühzeitig die Waffen, undi zeichnete sich mehrere Jahre im Dienste verschiedener Jtaliaui-
j scher Fürsten aus. Nach seiner Zurückkunft in sein Vaterland
I schickte man ihn zweimal)! nach Corsica , und er führte den Krieg
' gegen die Rebellen dieser Insel mit Erfolg, welche zum Gehor-
sam gegen die Republik zurück kehrten. Der Ruhm der Tapfer-keit und Klugheit, den sich Doria erworben hatte, machte daßer um das Jahr 1513 zum General - Capital) der GenuesischenGaleeren ernannt wurde; und es ist zu bemerken, daß er übet24 Jahr alt war, als st das Metier des Seekrieges ergriff.
Dit