DOSSI
DOUDYNS
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Die Secte der Dositheisten schätzte die Jungftauschaflsehr. Eingenommen für die Keuschheit betrachtete sie das ganzemenschliche Geschlecht mit Verachtung. Ein Dositheist wolltesich keinem nähern, der n cht wie er dachte und lebte. Siehatten sonderbare Gebrauche, an welchen sie sehr hingen, einervon diesen war, 24 Stunde» hindurch in derselben Stel-lung zu bleiben, in welcher sie sich mit dem Anfange des Sab-baths befanden. Diese Unbeweglichkeit der Dositheisten war dieFolge des Verbvths, am Sabbath zu arbeiten. Durch ähnlicheGebräuche glaubten die Dositheisten besser zu sein, als die auf-geklärtesten Menschen, die tugendhaftesten Bürger, »nd die wohl,thätigsten Seelen; dadurch daß sie 24 Stunden gerade standen,den rechten oder linken Arm ausgestreckt hielten, glaubten sie derGottheit weit besser zu gefallen, als ein Mensch, der sich vielbewegte, Bedrängte zu trösten oder Unglücklichen zu helfen.Diese Secte bestand in Aegypten bis in das 6 . Jahrhundert.AIs einer von den Schülern des Dvsitheus gestorben war, setzteer den Simon an seine Stelle, welcher seinen Meister baldübertraf, und Chef der Secte ward; dieß war Simon derZauberer. Man sehe diesen Artikel.
DOSSI (Dosso), ein Mahler von Ferrara, lernte bei Lo-renz Costa, und war ein Zeitgenosse von L u d e w i g A r i 0 st 0,dessen Porträt er mahlte, und dafür von ihm in seinen Schriftengelobt wurde. Er arbeitete lange Zeit in Diensten des HerzogSAlphons, starb in hohem Alter 1558, und wurde in der St.Pauluskirche zu Ferrara begraben.
Sein Bruder Baptista war ein guter Landschaftsmahler,und diese beiden Brüder die vortrefflichsten Coloristen ihrer Zeit.Ihre Gemählde sind wie geschmolzen, ohne geleckt zu sein, undihre Zeichnung ist der des Raphael in seiner ersten Maniergleich. Man muß ihre Werke zu Ferrara sehen, denn außerdieser Stadt sind sie außerordentlich selten. Von dem erstemsiehet man den Märtyrertod des H. Laurentius , ein sehr schätz-bares Stück, in der Capelle Sighizelle der Kirche 8 . Dorenrc» diPorta Stiera , und von dem letzter» ein Altarblart IN der Kirche8 . Mari» degli Innocenti, Heide zu Bologna,
DOUDYNS (Wilhelm), genannt Diomedes, ein Mah-ler in Haag, lernte bei Alexander Petit. Er ging nachRom, wo er 12 Jahre lang die Werke großer Meister studierte,und dabei eine Manier annahm, die ihn nachmahls berühmt
D d z machte.